SBB und Hotels im Tessin bleiben unter den Erwartungen

Definitive Zahlen wollen die SBB erst im November präsentieren. Aber schon jetzt ist klar: Das Angebot der SBB mit vielen Zusatzzügen an die Expo in Mailand überstieg die Nachfrage – es wurde mehr geboten, als notwendig gewesen wäre.

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Definitive Zahlen wollen die SBB erst im November präsentieren. Aber schon jetzt ist klar: Das Angebot der SBB mit vielen Zusatzzügen an die Expo in Mailand überstieg die Nachfrage – es wurde mehr geboten, als notwendig gewesen wäre. Insgesamt haben die SBB über 800 Extrazüge an die Weltausstellung mit täglich rund 2000 bis 2500 Sitzplätzen angeboten. «Die SBB ziehen insgesamt aber eine positive Bilanz», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli.

Mehr Zweitagesreisen als erwartet

Wie erwartet habe die Zahl der Expo-Besucher gegen Ende der Weltausstellung stärker zugenommen. Obwohl die Expo2015-Gesellschaft in der Schweiz keine Promotion durchgeführt habe, sei die Auslastung via Gotthard in Ordnung gewesen. Weniger gut waren die Züge anfangs via Simplon (von Bern/Genf) besetzt. Die Regelzüge waren gemäss Schärli schon beim Start der Weltausstellung gut gebucht. Ein Problem war, dass es am Messebahnhof keine Gepäckaufbewahrung gab. Reisende mit Übernachtung in Mailand haben laut SBB tendenziell die normalen EC nach Milano Centrale genutzt und zuerst im Hotel eingecheckt, bevor sie an die Expo gingen. Im Gegensatz zu den Prognosen wurden mehr Zweitages- und weniger Eintagesreisen gebucht.

Für die Hotels war wenig zu holen

Nicht in Erfüllung gegangen sind die Erwartungen der Tessiner Hoteliers. Viele Hotels hatten Pakete geschnürt, die Übernachtungen mit Busfahrt zur Expo und einem Eintrittsticket verknüpften. «Die Bilanz ist eindeutig negativ», sagt Lorenzo Pianezzi, Präsident der Tessiner Hoteliervereinigung. Nicht einmal die Hotels in Mailand hätten im übrigen auf vollen Touren gearbeitet. Für die Tessiner Hoteliers sei noch weniger zu holen gewesen. (lob)