Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Satirezeitschrift narrt «Bild»-Zeitung

Medien Alles nur Fake? Oder gar Fake-Fake? Die deutsche Satirezeitschrift «Titanic» behauptet, dem grössten deutschen Boulevardblatt «Bild» fingierte Mails untergejubelt zu haben. Die «Bild»-Zeitung hatte vergan­genen Freitag getitelt: «Neue Schmutzkampagne bei der SPD». Ein anonymer Informant habe einem «Bild»-Redaktor Mails mit «brisantem Inhalt» über den Vorsitzenden der Jugendorganisation der SPD zukommen lassen. Die Mails sollen belegen, dass ein russischer Hacker Juso-Chef ­Kevin Kühnert Hilfe angeboten habe, um die grosse Koalition zu verhindern. Kühnert soll sich laut Mails interessiert gezeigt haben.

Diesen Mittwoch nun die überraschende Wende: Das Satiremagazin «Titanic» behauptete, den Mailverkehr erfunden und «Bild» zugespielt zu haben. «Ein anonymes Mail, zwei, drei Anrufe – und ‹Bild› druckt alles, was ihnen in die Agenda passt», so die Satiriker der «Titanic». Man habe einfach Mails aufgeschrieben, die Zeitstempel angepasst und einige Serverdaten in eine Maildatei hineinkopiert.

Sollte das stimmen, wäre das eine ziemliche Blamage für die «Bild»-Zeitung. Deren Chefredaktor Julian Reichelt verteidigte sich und das Vorgehen seines Blattes prompt. Am Mittwoch via Twitter, gestern in der eigenen Zeitung. Man habe nie von einer Kampagne von Kevin Kühnert geschrieben, sondern von einer Kampagne gegen ihn. Und man habe auch erst berichtet, nachdem die SPD wegen des vermeintlichen Mailwechsels eine Strafanzeige gegen unbekannt geprüft hatte. Und: «Natürlich darf Satire so etwas, aber sie versucht sich hier zu profilieren, ­indem sie journalistische Arbeit bewusst zu diskreditieren ­versucht.» Medienkritiker bemängeln, dass «Bild» versucht habe, sich mit einer ungeprüften Geschichte zu profilieren.

Mittlerweile liegen dem Deutschen Presserat mehrere ­Beschwerden gegen «Bild» und «Bild online» zu dem Schmutzkampagnenartikel vor, wie deutsche Medien berichteten. (miz)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.