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SACHBUCH: Wandern auf Zwinglis Spuren

Yvonne und Marcel Steiner haben 130 Kilometer auf den Spuren von Ulrich Zwingli unter die Füsse genommen. Geschichten dazu sind ins 200 Seiten starke Werk «Zwingli-Wege» eingeflossen, das im Appenzeller Verlag erschienen ist.
Anina Rütsche
Marcel und Yvonne Steiner beim Zwingli-Denkmal in Wildhaus, wo sie ihre Wanderungen starteten. (Bild: PD)

Marcel und Yvonne Steiner beim Zwingli-Denkmal in Wildhaus, wo sie ihre Wanderungen starteten. (Bild: PD)

Anina Rütsche

ostschweizerkultur

@tagblatt.ch

«Zwingli-Wege» ist sowohl ein Wander- als auch ein Lesebuch. Erschaffen von zwei Menschen, die seit über 35 Jahren Seite an Seite unterwegs sind. Das Verleger-Ehepaar Yvonne und Marcel Steiner – er ist Fotograf und Journalist, sie Theologin und Autorin – ist im Obertoggenburg losgezogen, wo Ulrich Zwingli 1484 geboren wurde. Dann ging es weiter nach Glarus, Einsiedeln und ­Zürich. Das Ziel befindet sich in Kappel am Albis, wo Zwingli 1531 im Zweiten Kappelerkrieg zu Tode kam.

Seit Ende September ist «Zwingli-Wege» im Handel erhältlich. Wie Yvonne Steiner erzählt, baut das Werk auf einer Idee des Wattwiler Pfarrers Hans Jörg Fehle auf. «Er ist Mitglied der Projektgruppe zum Reformationsjubiläum und hat das Thema an uns herangetragen, weil wir bereits mehrere Wanderbücher zusammengestellt haben», erzählt sie. «Uns hat das Vorhaben von Anfang an gefallen.»

Alte und neue Bauwerke entlang der Route

Marcel Steiner freut sich ebenfalls über das druckfrische Buch, ist aber auch selbstkritisch: «Die Abschlussphase, die bis Anfang August gedauert hat, war intensiv. Zwischendurch haben uns die Zweifel geplagt.» Einig seien sie sich im Laufe des Projekts aber fast immer gewesen. Marcel Steiner verrät: «Nur zur Tonalität der Texte gab es einige Diskussionen. Meine Frau wollte vor allem sachliche Formulierungen, mir aber waren knackige Passagen wichtig.» Gegliedert ist «Zwingli-Wege» in neun Kapitel, die verschiedene Aspekte aus dem Werdegang des Reformators und seiner Zeit thematisieren. Zudem beschreiben Steiners in ihrem Werk zahlreiche Sehenswürdigkeiten, denen man entlang der Route begegnet. Da ist zum Beispiel das Geburtshaus Zwinglis im Wildhauser Ortsteil Lisighaus, eines der ältesten erhaltenen Bauernhäuser der Schweiz, in dem sich heute ein Museum befindet. Auch kommen modernere Bauwerke wie der 2013 eröffnete Seeuferweg zwischen Wädenswil und Richterswil am Zürichsee vor. Im Buch trifft die Leserschaft auch auf Rückblenden, recherchiert und aufbereitet von Yvonne Steiner, die sich für «Zwingli-Wege» mit historischen Quellen befasst hat. Sie sagt: «Die Leute im Spätmittelalter waren Menschen wie wir. Aber die Mittel, die sie zur Verfügung hatten, waren bescheidener.»

An Fixpunkten aus Zwinglis Leben orientiert

Die von Yvonne und Marcel Steiner beschriebene Strecke verläuft auf offiziellen Wanderwegen, ist aber nicht speziell ausgeschildert. Sämtliche Orte, an denen die Etappen starten und enden, sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Tour kann als Weitwanderung, aber auch in einzelnen Abschnitten begangen werden. Marcel Steiner sagt, dass er sich bei der Routenplanung an Fixpunkten orientiert habe, die in Ulrich Zwinglis Lebenslauf vorkommen. «Dann habe ich nach geeigneten und heute gebräuchlichen Wegen gesucht, welche diese Orte verbinden.» Seine Aufgabe in diesem Projekt bestand zudem darin, den Weg fotografisch festzuhalten. Auch hat er die Beschreibung der Etappen verfasst. Einige sind leicht ­ zu bewältigen, andere – wie die Überquerung des Saaspasses im Kanton Schwyz – sind sportliche Herausforderungen. Der Saas­pass hat es übrigens sowohl Marcel als auch Yvonne Steiner angetan: Für sie ist dieser Ort einer der schönsten, denen man auf dieser Tour begegnet.

Marschiert ist das Verleger-Ehepaar übrigens durchwegs ­gemeinsam, und zwar in den wärmeren Monaten der Jahre 2016 und 2017. «Wir haben einzelne Tagesetappen absolviert. Immer dann, wenn wir Zeit fanden und das Wetter passte», sagt Marcel Steiner. Darauf angesprochen, ob die «Zwingli-Wege» eine Pilgerroute seien, winkt Yvonne Steiner ab: «Nein. Wir waren zwar mit Bedacht unterwegs, jedoch ohne spirituellen Anspruch.» Und Marcel Steiner fügt an: «Interessant ist, dass ich im Grunde genommen nicht ausgesprochen gerne wandere. Für mich ist das Wandern ein Mittel zum Zweck, weil ich am liebsten an abgelegenen Orten fotografiere.» Auch Yvonne Steiner braucht jeweils eine übergeordnete Mission, um das Unterwegssein zu Fuss zu ­geniessen: «Damit überliste ich mich selbst. Habe ich solch ein Ziel, ist mir selbst die grösste Anstrengung ein Vergnügen.»

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