Saboteure wie im Krieg

Die Digitalisierung schreitet voran und mit ihr die Diskussion darüber, ob die Welt deswegen besser oder schlechter wird. Der Szenarien sind viele.

Bruno Knellwolf
Merken
Drucken
Teilen
Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Bruno Knellwolf)

Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Bruno Knellwolf)

Die Digitalisierung schreitet voran und mit ihr die Diskussion darüber, ob die Welt deswegen besser oder schlechter wird. Der Szenarien sind viele. Zum Beispiel, dass wir bald statt auf dem Bürostuhl Blümchen-zählend im Schrebergarten sitzen, weil mit künstlicher Intelligenz gefüllte, selbst lernende Maschinen derweil unsere Arbeit erledigen. Da kann man sich am Zeitgewinn erfreuen oder erwarten, dass wir uns dann vor lauter Langeweile im Schrebergarten totschlagen.

Leidlich streiten lässt sich auch darüber, ob das Internet zum aufgeklärten Kunden oder zur ferngesteuerten Käuferin führt? Eine neue Möglichkeit ist zudem die Markensabotage – «Consumer Brand Sabotage». Konsumenten greifen bewusst eine Marke an, um dieser Schaden zuzufügen. So wie jener Fluggast der United Airlines, dessen Gitarre während eines Flugs beschädigt worden ist. Da ihm eine Entschädigung verwehrt wurde, produzierte der Gitarrist drei bösartige Musikvideos. Bereits sein erstes Video «United breaks guitars» erreichte über 15 Millionen Zuschauer und liess den Aktienkurs der Airline um zehn Prozent einbrechen. Die beschädigte Gitarre kostete die United 180 Millionen Dollar.

Wie Saboteure im Krieg könnten Konsumenten dank neuer Technologien einer Marke erheblichen Schaden zufügen, sagt Harley Krohmer von der Universität Bern in einer Studie dazu. Ein Einzelner könne bewirken, dass eine Firma viele Kunden verliere. Die Macht gehört dem Einzelnen – der Schaden dann vielen. Jenen, deren Arbeitsplatz deswegen vielleicht verlorengeht.