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Röntgen mit Myonen

Warum?
Bruno Knellwolf

Die Universität Bern meldet, dass ein Team aus Physikern und Geologen den Eigergletscher unterhalb der Jungfrau «geröntgt» hat. Und zwar dank Myonen. Das sind unsichtbare Elementarteilchen, die in der Atmosphäre durch kosmische Strahlung gebildet werden und mit sehr hoher Bewegungsgeschwindigkeit die Erdoberflächer erreichen. Sie ähneln Elektronen, haben aber eine 200 Mal grössere Masse. Forscher können auf Meereshöhe jeweils rund hundert solcher Myonen pro Quadratmeter und Sekunde messen. Myonen durchdringen auch Eis und Fels und werden dadurch abgebremst und umgelenkt.

Das ist der Grund, warum die Berner Forscher durch den Gletscher schauen konnten. Die unsichtbaren Myonen durchdringen das Eis und werden von Detektoren, welche die Forscher unter dem Gletscher im Tunnel der Jungfraubahn aufgestellt haben, aufgefangen. Die Detektoren sind mit einem Silberbromid-Gel beschichtet, auf dem Myonen feine Spuren hinterlassen. Diese können unter einem Mikroskop ausgelesen werden. Aus den Spuren lässt sich ein 3D-Bild vom Innern des Gletschers machen. Damit konnte man zum ersten Mal bei einem aktiven Gletscher zeigen, wie das Eis an seiner Seite den Fels abschmirgelt – eine Seitenerosion. Unter dem Jungfraujoch wurde so die markant herausragende Felsflanke der Sphinx herausgebildet, die auf dem Jungfraujoch steil unter das Eis abtaucht.

Bruno Knellwolf

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