«Römerhof», Arbon: Die weite Welt auf dem Teller

Im traditionsreichen «Römerhof» ist Anfang April ein neues Pächterpaar eingezogen: Dominique und Louis Gerald Bergue-Hunziker.

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"Zu Tisch" Picto

"Zu Tisch" Picto

Im traditionsreichen «Römerhof» ist Anfang April ein neues Pächterpaar eingezogen: Dominique und Louis Gerald Bergue-Hunziker. Nach Wanderjahren durch die halbe Welt und durch renommierte Häuser will das Paar mit seiner kleinen Tochter hier sesshaft werden und eigener Herr und eigene Meisterin sein. Für die in Eggersriet aufgewachsene und an der Hotelfachschule Luzern zur Hôtelière-Restauratrice ausgebildete Dominique Bergue ist es eine Rückkehr in die Heimat. Nicht aber für ihren aus Mauritius stammenden Ehemann, dem es jedoch das Inserat angetan hatte, mit dem neue Pächter für das Restaurant und das «Hotel de charme» gesucht wurden. Dann war es Liebe auf den ersten Blick.

Bergue ist Koch mit Leib und Seele – und mit Kopf. Wenn er erklärt, weshalb er gewisse Fleischstücke während 72 Stunden gart, überwacht von einem Infrarotthermometer, und weshalb es sinnvoll ist, ein Ei während einer Stunde zu pochieren, dann zeigt er sich nicht nur als präzis arbeitender Handwerker, sondern tut das auch mit ansteckender Begeisterung. Für ihn hat Kochen gleichermassen mit Logik, Kreativität und Passion zu tun. Bergue pflegt die klassische französische Küche, bereichert um Gerichte, wie er sie an seinen verschiedenen Stationen kennengelernt hat, von Mauritius bis Japan, von den Malediven bis Oman.

In die Heimat des Kochs

Der Gast profitiert von der Weltläufigkeit des Kochs und kann herrliche Gerichte geniessen. Zur Vorspeise etwa eine wunderbar aromatische und sämige Krustentier-Fischsuppe «Mauritius» mit Safranfäden aus dem Wallis (19.–) oder einen «Salade niçoise» mit frisch und perfekt gegrilltem Thunfisch (20.–). Auch bei den Fisch- und Fleischgerichten steht Schweizerisches (etwa Eglifilets aus dem Bodensee) neben Europäischem und Asiatischem. Eher kräftig ist das Gericht aus Karree, Backe und Speck vom Iberico-Schwein (ein bis drei Tage gegart) mit Trüffelsauce und Gemüserisotto (48.–). Eine Reise in die Heimat des Kochs macht man nochmals mit dem Curry vom Poulet und Crevetten mit Kokosmilch, Korianderschaum und Jasminreis (36.–). Beide Gerichte liessen keine Wünsche offen. Süsse Desserts und einmal eine kleine Käseauswahl setzten einen schönen Schlusspunkt hinter das Essen. Sympathisch – im «Römerhof» wird die französische Tradition des Käsewagens gepflegt.

Vor allem aus Europa

Von der vielfältigen Weinkarte mit vorwiegend schweizerischen und europäischen Tropfen zu reellen Preisen wählten wir zu den Vorspeisen einen Maienfelder Riesling-Sylvaner von Markus Stäger (6.50/dl), einen frisch-fruchtigen Tropfen. Beim Roten entschieden wir uns für einen Bolgheri Rosso «Pean» des Weinguts Batzella (52.–), eine körperreiche, runde Assemblage aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Unser Eindruck: Im «Römerhof» kommen in einem stilvollen Ambiente wunderbare Gerichte auf den Tisch. Umsorgt werden die Gäste von der Gastgeberin und einem freundlichen, aufmerksamen Service-Team.

Urs Bader

Römerhof, Arbon Freiheitsgasse 3, Tel. 071 447 30 30 www.roemerhof-arbon.ch Öffnungszeiten: Di bis Sa 11.30–14.30 und 18–22.30 Uhr, So und Mo geschlossen. Hotel (11 Zimmer) durchgehend geöffnet. Karte: Vorspeisen/Salate 13.– bis 24.–, Hauptgerichte 28.– bis 54.–