ROBOTERHOTEL: Wo 140 Roboter für das Wohl der Gäste sorgen

Zwei Robo-Dinosaurier als Rezeptionisten, ein Robo-Ei als Concierge: In Japan ist das zweite Roboterhotel eröffnet worden. 140 Roboter kümmern sich um den Betrieb - und nur sieben Menschen. Ziel ist es, die Herberge zum effizientesten Hotel der Welt zu machen.

Sarah Gerteis
Drucken
Teilen
Einchecken mit Gruselfaktor: An der Rezeption des Henn na arbeiten statt Menschen Dinosaurier. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))

Einchecken mit Gruselfaktor: An der Rezeption des Henn na arbeiten statt Menschen Dinosaurier. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))

Eigentlich bedeutet "Henn na" sonderbar. Als sonderbar jedoch will Hideo Sawada sein neustes Hotel nicht verstanden wissen. Für den Gründer der Reiseagentur H.I.S. Co. steckt im Begriff eine andere Bedeutung: "Es geht nicht um das Sonderbare, es geht um Verwandlung und Entwicklung." Sawada hat am Mittwoch sein zweites "Hotel Sonderbar" in Japan eröffnet, weitere 100 sollen folgen - auch ausserhalb von Japan.

In Uruyasu, östlich von Tokyo und nahe des Disney Resorts gelegen, checken die Gäste bei Dinosauriern ein, die Japanisch, Englisch, Chinesisch und Koreanisch sprechen. Portier-Roboter verstauen die Koffer im Gepäckraum oder bringen sie auf eines der 100 Zimmer, wo bereits Tapia auf die temporären Bewohner wartet. Der Roboter in Ei-Form ist mit künstlicher Intelligenz ausgestattet und dient als Concierge: Mittels Stimmenerkennung erfasst Tapia die Wünsche des Gastes, führt sie aus oder leitet sie weiter. Doch damit nicht genug: Auch die Fensterreinigung und das Staubsaugen werden von Robotern übernommen.


Insgesamt rund 140 Roboter werden im Hotel eingesetzt, menschliches Personal ist Mangelware: Nur sieben Mitarbeiter zählt das Henn na, die hauptsächlich für jene Angelegenheiten zuständig sind, in denen die Maschinen versagen - in Notfällen etwa oder beim Machen der Betten. Dadurch und durch modernste Technik im ganzen Gebäude soll die Unterkunft punkto Kosten und Energieverbrauch das effizienteste Hotel der Welt werden.

Grusel ist Programm: Eingecheckt wird im Henn na Hotel bei Roboter-Dinos. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))
6 Bilder
Ein Tyrannosaurus rex und ein Roboter-Abfallkübel bevölkern die Lobby. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))
Concierge-Roboter Tapia liest dem Gast jeden Wunsch von den Lippen ab - sofern er die notwendige Sprache installiert hat. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))
Natürlich sind auch die Fische im Hotel-Aquarium Roboter. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))
Die Lobby wird durch den lebensgrossen T-Rex zum Fotoobjekt. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))
Die "Rezeptionisten" tragen ein Hütchen - und gestikulieren beim Einchecken. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))

Grusel ist Programm: Eingecheckt wird im Henn na Hotel bei Roboter-Dinos. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))

Das erste "Hotel Sonderbar" wurde 2015 in Sasebo eröffnet. "Excitement meets comfort" (Unterhaltung trifft auf Komfort) lautet des Credo der Robo-Herberge, bei der selbst die Badges für die Zimmer Schnee von gestern sind: Statt mit Karten werden Türen mittels Gesichtserkennung geöffnet. Was aber, wenn diese versagt und das Zimmer verschlossen bleibt? Dann kommen die menschlichen Mitarbeiter zum Einsatz - die Dinosaurier am Empfang sind nämlich auf Schienen festgeschraubt.