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RETTUNGSHUNDE: Feine Hundenase schlägt Technik

Hunde haben eine 40-mal feinere Nase als wir. Sie kommen zum Einsatz, wenn Menschen gesucht werden – sei es, weil sie sich verlaufen haben oder von einer Lawine verschüttet worden sind.
Jacqueline Schilling
Lawinenhunde können Menschen auch unter mehreren Metern Schnee orten. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Lawinenhunde können Menschen auch unter mehreren Metern Schnee orten. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Jacqueline Schilling

Eines ist allen Hunden gemeinsam: ihre unglaublich feine Nase. Dennoch kann nicht jeder Hund ein Rettungshund werden. Die Anforderungen an einen Rettungshund sind nämlich hoch: Er muss selbstverständlich gesund und wendig sein, Menschen gegenüber aufgeschlossen und gut gehorchen. Die Liste geht aber noch weiter: Rettungshunde dürfen nicht aggressiv oder ängstlich sein. Sie müssen starke Nerven haben, belastbar, leicht zu motivieren, lernfreudig sein und unempfindlich gegenüber Geräuschen oder klimatischen Bedingungen. Diese Eigenschaften sind grundsätzlich unabhängig von der Rasse. Sehr grosse und schwerfällige Rassen können der körperlichen Belastung aber oft nicht standhalten. Andere – zum Beispiel Retriever, Deutsche Schäferhunde, Border Collies und Australian Shepherds – gelten typischerweise als belastbar, arbeitsfreudig und gelehrig. Rettungshunde durchlaufen eine mehrjährige Ausbildung und üben regelmässig.

Immer der Nase nach: Der Spur von Menschen folgen

Zu den Rettungs- oder Suchhunden zählt man unter anderem Trümmerhunde, Lawinenhunde und Mantrailer. «Mantrailer» ist englisch und setzt sich zusammen aus «man» = Mensch und «trail» = Spur, bedeutet also, der Spur eines Menschen folgen. Die Aufgabe jedes Rettungshundes ist es, Menschenleben zu retten. Wie sie das tun, ist verschieden. Mantrailer zum Beispiel suchen eine ganz bestimmte Person und brauchen dafür einen sogenannten «Referenzgeruch». Das bedeutet: Sie schnuppern an einem Gegenstand, der zur vermissten Person gehört und verfolgen dann diesen Geruch. Hier kommt der Hundeführer ins Spiel. Er muss nämlich das Verhalten des Hundes «lesen» können, seine Körpersprache. Der Hundeführer muss erkennen, was der Hund mit seinen Ohren, dem Schwanz «sagt». Eine, die sich damit auskennt, ist Kerstin Hennings, die am Bodensee das Suchhundezentrum leitet. Sie hat langjährige Erfahrung in der Personensuche in Zusammenarbeit mit der Polizei. Heute entwickelt sie Ausbildungskonzepte und bildet Trailtrainer aus. «Nicht jeder Hund hat das Zeug zum Rettungshund», sagt sie, «aber das Man­trailing-Training bringt dem Hundebesitzer auch im Alltag viel. Und es stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund.» Beim Mantrailing gehen die Hunde an der Leine, an einer sehr langen. Denn beim Mantrailen geht’s auch einmal durch ein Einkaufszen­trum oder über den Marktplatz. Immer der Nase nach. Der Geruch einer Person ist so individuell wie die DNA. Personensuchhunde müssen also in der Lage sein, einzelne Duftmoleküle zu erkennen und alle anderen auszublenden.

Im Gegensatz zu den Mantrailern gehen Trümmer- und Lawinenhunde frei. Sie suchen einfach Menschen. Denn oft wissen die Retter nicht, wie viele Menschen verschüttet sind. Lawinenhunde können Menschen in mehreren Metern Tiefe noch orten. Sie sind effektiver als jedes Gerät. Und: Sie sind schnell. Gerade bei Lawinenunglücken ist das entscheidend. Jede Minute zählt. Oft müssen die Rettungsteams mit dem Heliko­pter eingeflogen werden. Noch eine Anforderung an den Hund: Er muss flugtauglich sein. Für Hunde sind Rettungseinsätze ein Spiel. Darauf basiert auch das Training. Und am Ende steht immer eine Belohnung.

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