Reden und warten

Der Psychologe Haim Omer hat sich mit dem Konzept des «gewaltfreien Widerstands» einen Namen gemacht. Dazu gehören etwa Sit-ins im Kinderzimmer. Morgen referiert er in Frauenfeld.

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Reden und dann auf einen konstruktiven Vorschlag des Kindes warten: Das schlägt Psychologe Haim Omer Eltern bei Problemen mit dem Nachwuchs vor. (Bild: fotolia)

Reden und dann auf einen konstruktiven Vorschlag des Kindes warten: Das schlägt Psychologe Haim Omer Eltern bei Problemen mit dem Nachwuchs vor. (Bild: fotolia)

Für sein Konzept hat der Psychologe Haim Omer auch bei Mahatma Gandhi abgeschaut. «Von Gandhi können Eltern lernen, Ruhe zu bewahren, aber vor allem auch Präsenz im Sinn von: Ich bin da und ich bleibe da, wir gehen da zusammen durch. Gemeinsame Veränderung statt Sieg und Niederlage», sagt Omer im Interview mit unserer Zeitung. Der in Brasilien Geborene und mit 18 Jahren nach Israel Ausgewanderte schlägt etwa Sit-ins im Kinderzimmer vor. «Die Eltern setzen sich also in einem ruhigen Moment zum Kind – ohne zu schimpfen, ohne zu predigen – und tragen vor, was sie stört. Sie warten bis zu einer Stunde auf einen konstruktiven Vorschlag des Kindes», so der 66-Jährige. Das bedeute nicht, dass er generell gegen Strafen sei. Keine Gesellschaft habe es bislang ohne diese geschafft. «Sie sollten aber mit Bedacht angewendet werden.» Im besten Fall habe eine Strafe eine logische Verbindung mit dem problematischen Verhalten des Kindes. Die Frauenfelder Schulen konnten Haim Omer als Gastreferenten für ihre morgige Bildungstagung gewinnen. (red.)

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