Radon erhöht Hautkrebsrisiko

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Radon gilt nach dem Rauchen als wichtigste Ursache für Lungenkrebs. Eine neue Studie von Basler Forschern zeigt nun auf, dass das natürliche radioaktive Gas in den eigenen vier Wänden auch das Risiko erhöht, an bösartigem Hautkrebs zu erkranken. Dies sei bisher kaum untersucht worden, hält Martin Röösli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) fest. Ausgewertet wurden 1900 Todesfälle wegen malignen Melanomen, die zwischen 2000 und 2008 bei Personen über 20 Jahren aufgetreten sind. Für diese Todesfälle wurde die häusliche Radonbelastung errechnet. Grundlage dafür bildeten 45000 Messungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), bei denen neben der Gebäudecharakteristik die geologischen Gegebenheiten berücksichtigt wurden.

Die Studie hat ergeben, dass die Radonbelastung insbesondere für junge Menschen eine Gefahr darstellt. Bei den 30-Jährigen erhöhe sich das relative Hautkrebsrisiko um 100 Becquerel pro Kubikmeter Zunahme der Radonbelastung, bei den 60-Jährigen um 16 Prozent. Die Schweiz weist gemäss Swiss TPH weltweit die dritthöchste Erkrankungsrate für bösartigen Hautkrebs auf. Gleichzeitig ist die Schweiz laut dem BAG vom Gas, das an undichte Stellen ins Haus gelangen kann, aus geologischen Gründen besonders betroffen. (sda)