«Radio Alpin, ohni üs frisst kei Wolf e Schaf»

Aufgewachsen ist Pirmin Wyler in Goppenstein zwischen den Wänden seines Zimmers und Bergwänden. Er hat Züge beobachtet und dazu Heiligenlegenden gelesen, ist Kondukteur geworden und nach Lourdes gepilgert. Dort ist ihm die Maria erschienen.

Rolf App
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Bild: Rolf App

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Aufgewachsen ist Pirmin Wyler in Goppenstein zwischen den Wänden seines Zimmers und Bergwänden. Er hat Züge beobachtet und dazu Heiligenlegenden gelesen, ist Kondukteur geworden und nach Lourdes gepilgert. Dort ist ihm die Maria erschienen.

Das Papamobil verteidigt

Danach hat er sich beim Papst als Leibwächter beworben. Er hat das Papamobil gegen die Nonnen verteidigt und mit der Hellebarde Tauben erlegt. Jetzt ist er im Ruhestand und schnitzt im Lötschental den Vatikan im Massstab 1:1 nach; mit Käse.

Mit solchen absurden Geschichten warten Rolf Hermann, Matto Kämpf und Achim Parterre diesen Montag in ihrem Hörspiel «Radio Alpin» auf. Als «Gebirgspoeten» sind sie mit literarischen Programmen unterwegs, in denen sie die Mythen und Klischees der ländlichen Schweiz in farbigem Bergler-Dialekt und mit schwarzem Humor zu Geschichten formen.

Bunte Vielfalt von Dialekten

Das tun sie auch hier, in ihrem ersten Hörspiel. «Radio Alpin» heisst der Sender, dessen Programm sie in allen Details nachspielen, samt seltsamer

Werbung und einer bunten Aneinanderreihung von Dialekten – vom Appenzellerland bis ins Wallis. Doch keine Angst: Man versteht das Allermeiste.

«Boxestop mit Jesus»

Es wird auch nie langweilig. Denn die Reporter von Radio Alpin haben alles im Blick, den Meringue-Skandal von Schangnau ebenso wie die neuste Traktorkollision. «Radio Alpin, ohni üs frisst kei Wolf e Schaf», lautet denn auch einer von vielen Reklamesprüchen in eigener Sache, die eingestreut werden zwischen das Telefonquiz, die Buchtips, Ristretto, das Konsumentenmagazin (mit einem Käsetest, womit sonst?), und dem «Boxestop mit Jesus». Da fragt die kleine Tamara, warum die Sonne untergeht, und in einem grandios-skurrilen Redeschwall erzählt Pfarrer Zambo Zurflüh gleich vom Weltuntergang.

Pirmin Wyler gegenüber sitzt in der Sendung «Mönschlich» übrigens Hans Zbären, der sein Leben auf Kriegsschauplätzen zugebracht hat – und jetzt vom algerischen Licht und vom afghanischen Sand schwärmt.

Radio SRF 1 Radio Alpin von und mit den Gebirgspoeten, Montag, 14 Uhr