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PSYCHOLOGIE: Raucher tragen eine rosa Brille

Raucher schätzen das eigene Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken durchweg geringer ein als bei anderen Rauchern. Das nennt sich «unrealistischer Optimismus».

Menschen heiraten, obwohl sie wissen, dass fast die Hälfte der Ehen geschieden werden. Sie besteigen ein überfülltes Flüchtlingsboot und wagen eine Reise ins Ungewisse. Im Glauben daran, dass sie bestimmt zu den Überlebenden gehören werden. Oder sie haben ungeschützten Sex, weil sie davon ausgehen, dass es «die anderen» sind, die sich mit Geschlechtskrankheiten anstecken.

«Unrealistischer Optimismus» nennt sich dieses gut erforschte psychologische Phänomen. Es besagt, dass Menschen das Eintreten von negativen Ereignissen für sich selbst als unwahrscheinlicher sehen als für andere. Viele gehen davon aus, dass eine Krankheit, ein Raubüberfall oder eine Katastrophe ausgerechnet sie nicht treffen wird.

Verzerrte Wahrnehmung

Auch Raucher neigen dazu, negative Informationen auszublenden, wie eine Studie der Universität Zürich kürzlich gezeigt hat. Psychologen befragten Raucher im Rahmen einer Tabakpräventionskampagne. Dabei stellte sich heraus: Nikotinsüchtige schätzen das eigene Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken oder weniger fit zu sein, als viel geringer ein als das Risiko der anderen Raucher. «Die Wahrnehmung des eigenen Erkrankungsrisikos erliegt damit einer optimistischen Verzerrung», teilt das Bundesamt für Gesundheit mit. Wer die eigene Gefährdung als gering einschätzt, ist kaum dazu bereit, mit dem Rauchen aufzuhören. Selbst wenn der Bund darauf hinweist, dass 75 Prozent der Herzinfarktpatienten unter 50 Jahren Raucher sind.

Der Mensch ist also ein geborener Optimist. Und das hat laut den Psychologen auch Vorteile: Es hilft durch den Tag und es macht aktiver, weil man das Gefühl hat, dass es sich lohnt. Studien haben zudem ergeben, dass Menschen die Neigung haben, Erfolge auf ihr eigenes Können zurückzuführen – und Misserfolge auf alle möglichen anderen Ursachen. (mem)

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