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POLIZEIARBEIT: Künstliche Intelligenz hilft Kriminalistik

Forscher der Universität in Michigan wollen mit Künstlicher Intelligenz nach lange vermissten Kindern suchen. Der Gesichtsalgorithmus erkennt einen Menschen auch nach vielen Jahren der Veränderung wieder.
Adrian Lobe

Am 3. Mai 2007 verschwand die damals vierjährige Madeleine «Maddie» McCann aus einer Ferienanlage in Praia da Luz an der Algarve. Bis heute fehlt von dem Mädchen jede Spur. Ein solcher Vermisstenfall gleicht einer Sisyphusarbeit. Allein in Deutschland werden 11000 Kinder vermisst.

Das Problem: Je älter die Vermissten werden, desto schwieriger wird es, sie auf alten Fotos zu erkennen. Schon Erwachsene haben Probleme, Verwandte auf alten Kinderfotos zu erkennen. Gerade im Alter zwischen vier und zwölf Jahren verlaufen die Entwicklungsschritte rasant. Auch für die Kriminalitätsbekämpfung ist das ein Problem. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz könnte dieses gelöst werden. Der Biometrie-Experte Anil Jain und seine Kollegen Lacey Best-Rowden und Debayan Deb von der Michigan State University haben einen Algorithmus entwickelt, der Gesichter auch über einen Zeitraum von über acht Jahren erkennen kann. Dazu wurde der Gesichtserkennungsalgorithmus mit 147000 Fotos von rund 18000 Kriminellen aus einer Polizeidatenbank gefüttert. Der jüngste Straftäter war 18 Jahre alt, der älteste 83. Von jeder Person gab es vier bis fünf Bilder in der Datenbank. Der maschinell lernende Algorithmus kategorisierte die Bilder und markierte anhand von Bildpunkten spezifische biometrische Merkmale im Gesicht und fand so heraus, ob es sich um ein und dieselbe Person handelte. Das Ergebnis: Der Algorithmus konnte mit einer Genauigkeit von 99 Prozent Personen über einen Alterungszeitraum von acht Jahren identifizieren. Die Software könnte auch für die Aufklärung von Vermisstenfällen dienstbar gemacht werden, sind die Forscher überzeugt.

Verwechslungen ausschliessen

Debayan Deb sagt: «Es gibt verschiedene Herausforderungen, den Alterungsprozess in Bildern zu studieren. Vor allem Verwechslungsfaktoren wie Pose, Belichtung und Ausdrucksvariationen.» Dies verschlechtere die Bildqualität. Der Computerwissenschafter ist aber zuversichtlich, dass vermisste Kinder über soziale Netzwerke wiedergefunden werden können. Deren Bild-Datenbanken sind riesig. Allein auf Facebook werden täglich 350 Millionen Fotos hochgeladen.

In Chicago tragen Polizisten seit kurzer Zeit mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Body Cams an ihren Uniformen, die vermisste Kinder auf der Strasse erkennen sollen. Laut Motorola Solutions, welche die Körperkameras herstellt, kommt dabei keine Gesichtserkennung, sondern eine Objekterkennung zum Einsatz: Die Software sucht nach bestimmten Haaren, Schuhen oder T-Shirts und schlägt bei einem Treffer automatisch Alarm.

Nicht nur in den USA, auch in China kommt Kommissar KI zum Einsatz. In dem Riesenreich verschwinden jährlich 20000 Kinder. Mit Hilfe einer Gesichtserkennungssoftware des Suchmaschinenriesen Baidu gelang es, einen vermissten Mann nach 27 Jahren wiederzufinden und mit seiner Familie zusammenzuführen. Um seinen verlorenen Sohn zu finden, lud der Vater ein Kinderbild von Gui auf das Vermisstenportal Baobei Huijia. Auch der Vermisste selbst stellte ein Kinderbild von ihm ins Netz. Das Computerprogramm durchkämmte die Datenbank von 60000 Bildern und matchte die Fotos des sechsjährigen Kinds und heute 43-jährigen Manns.

Auch Microsoft hat eine Technik entwickelt, mit der es gelang, einen 2012 verschollenen Sohn mit seinem Vater zu verbinden. Die Microsoft-Face-API ist ein cloudbasierter Dienst, der mit Hilfe von Algorithmen Bilder von Gesichtern scannt und anhand 27 verschiedener Merkmale im Gesicht eine Wahrscheinlichkeit errechnet, ob die Bilder zur selben Person gehören.

Adrian Lobe

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