Politiker sind auch nur Menschen

Für einen kurzen Moment nur schliesst Angela Merkel die Augen, neigt den Kopf, lehnt sich an François Hollande. Nur für einen Moment, doch ein Fotograf hat ihn festgehalten.

Lukas G. Dumelin
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Für einen kurzen Moment nur schliesst Angela Merkel die Augen, neigt den Kopf, lehnt sich an François Hollande. Nur für einen Moment, doch ein Fotograf hat ihn festgehalten. Sein Bild – entstanden auf den Stufen vor dem Elysée-Palast – ist Sinnbild der Reaktion auf den Terror in Paris geworden: Es steht für die Trauer und die Erschöpfung, aber es spendet auch Trost. Die Botschaft von Kanzlerin und französischem Staatspräsident ist klar: Wir rücken zusammen. Zusammen packen wir es.

Klar, Bilder sind Momentaufnahmen. Man kann sie manipulieren, man kann sie inszenieren. Letzteres wird nun nicht nur Merkel vorgeworfen, sondern auch allen Staatschefs, die in Paris den Trauerzug anführten. Bilder davon haben es auf unzählige Titelseiten geschafft. Unterdessen reichen Twitterer hämisch kommentierte Making-of-Bilder herum, die den Tross aus der Vogelperspektive zeigen: fernab des Volkes, in einer gesperrten Nebenstrasse.

Doch grosse Gesten bleiben grosse Gesten. An sie wird man sich erinnern, nicht an die Nebenstrasse, nicht an die Stufen des Elysée-Palastes. So inszeniert die Bilder sein mögen, die Körpersprache ist deutlich. Mit Umarmungen und dem Halten von Händen zeigen Politiker, dass sie ganz normale Menschen sind. Und gerade angesichts der schrecklichen Bilder von Überwachungskameras, die die Grausamkeit der Attentäter gefilmt haben, fühlt man sich Angela Merkel und François Hollande so nah wie noch nie.

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