Pflanzen erobern Gipfel

Warum?

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Warum wächst die Artenvielfalt auf Berggipfeln? Schon lange wurde vermutet, dass die Klimaerwärmung dafür verantwortlich sein könnte. Ein Nachweis für einen direkten Zusammenhang fehlte jedoch.

Einer in «Nature» veröffentliche Studie gelang nun der Beweis. Forscher nahm die Vegetation auf Berggipfeln aus elf Ländern unter die Lupe. Insgesamt wurde der Bestand der Arten auf 302 Gipfeln erhoben, unter anderem den Alpen und den Karpaten. Diese wurden mit älteren Vegetationsaufnahmen verglichen.

Es zeigte sich, dass die Zahl der Arten auf europäischen Gipfeln in den vergangenen Jahrzehnten rasant gestiegen ist. Grund dafür ist die Klima­erwärmung, die sich ebenfalls immer mehr beschleunigt hat. Eine derartige Beschleunigung von Prozessen kennt man vor allem von unbelebten Systemen wie beispielsweise Gletschern. Je stärker die Erwärmung zwischen zwei Aufnahmen der Vegetation war, desto mehr hatte auch die Zahl der Pflanzenarten zugenommen. Durch die gestiegenen Temperaturen gelingt es mehr wärmeliebenden Arten aus tieferen Lagen, in höhere Regionen vorzudringen. So erobern sie die Gipfel und könnten längerfristig angestammte Arten verdrängen.

Laura Widmer