Pferde sind Mädchenkram

HÜ & HOTT Pferde sind schön, stolz und, wie wir seit «Fury» wissen, wahnsinnig intelligent. Der schwarze Hengst hat schliesslich im Alleingang Banditen dingfest gemacht, und immer im richtigen Moment lustig gewiehert.

Merken
Drucken
Teilen

HÜ & HOTT

Pferde sind schön, stolz und, wie wir seit «Fury» wissen, wahnsinnig intelligent. Der schwarze Hengst hat schliesslich im Alleingang Banditen dingfest gemacht, und immer im richtigen Moment lustig gewiehert.

«Fury» als Gehacktes in einer Lasagne, das ist sogar für mich ein unschönes Bild. Dabei habe ich mir in meiner Teenagerzeit all die Blackies, Calipsos und Cheyennes (oder wie die Traumpferde meiner Freundinnen hiessen) mehr als einmal in eine Lasagne gewünscht. Ihre Sehnsucht nach Pferdemist und Voltigierstunden konnte ich beim besten Willen nicht teilen. Der Mistgeruch sticht doch ziemlich in der Nase, und was daran sein soll, sich mit einem Pferd im Kreis zu drehen, erschliesst sich mir bis heute nicht.

Die Wissenschaft hat sich hingegen schon eingehend mit der Frage befasst, warum Pferde Mädchenkram sind. Der Pferdevernarrtheit liege ein Bindungsmotiv zugrunde. Das Pferd sei der erste Partner; gross, stark, ehrlich und vor allem treu. Mit der Pubertät ende diese Liebe jedoch meist abrupt. Das Pferd ist quasi das letzte Kuscheltier, ein Übergangsobjekt zwischen Puppe und Mann. Ein asexueller Liebhaber.

Was wiederum verständlich macht, warum diese Frauen Pferdefleisch ein Leben lang abgeneigt sind. Es grenzt für sie an Kannibalismus. Ich hingegen ass schon als 12-Jährige lieber Pferdemostbröckli, als dass ich mich auf einen Pferderücken gesetzt hätte. Was das über mein Männerbild aussagt, überlasse ich gerne der Wissenschaft. So viel sei aber gesagt: Mein erster Freund trug seine Haare meist in einem langen Pferdeschwanz. Er war auch nur ein Übergangsobjekt.

Katja Fischer De Santi