Frankreich

Ex-Anführerin der Proteste gegen Homo-Ehe muss Wohnung räumen

Die Kabarettistin und einstige Anführerin der Proteste gegen die Homo-Ehe in Frankreich, Frigide Barjot, muss ihre mit öffentlichen Mitteln subventionierte Wohnung in Paris räumen. Dies entschied am Mittwoch ein Gericht in der französischen Hauptstadt.

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Muss umziehen: Virginie Tellenne alias Frigide Barjot (Archiv)

Muss umziehen: Virginie Tellenne alias Frigide Barjot (Archiv)

Keystone

Das Gericht gab Barjot, die mit bürgerlichem Namen Virginie Tellenne heisst, und ihrem Mann vier Monate Zeit, ihre Umzugskartons zu packen. Dem Paar wurde vorgeworfen, einen Teil der über 170 Quadratmeter grossen Wohnung im beliebten 15. Bezirk dem Verlag Jalons unterzuvermieten, den Barjots Ehemann betreibt.

Das Sozialwohnungsamt sieht darin einen Verstoss gegen den Mietvertrag. Die Monatsmiete für die zweistöckige Wohnung beträgt 2850 Euro, was deutlich unter den in Paris üblichen Marktpreisen liegt. Als Anführerin der Bewegung gegen die Einführung der Homo-Ehe in Frankreich war Barjot auch international bekannt geworden.

Das grosse Medieninteresse an Barjots Mobilmachung gegen die Homo-Ehe veranlasste das Sozialwohnungsamt schliesslich dazu, die Aktivitäten des Paares unter die Lupe zu nehmen.

Das Gesetz zur "Ehe für alle" trat im Mai in Frankreich nach langen Protesten in Kraft. Barjot wurde inzwischen aus der Bewegung "Demo für alle" gedrängt, die gegen die Homo-Ehe mobil gemacht hatte.