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Pendeln mit Auto stresst

Die tägliche Fahrt mit dem Auto ist die anstrengendste Variante, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Das zeigt eine britische Studie.
Elke Bunge

Schnell noch einen Kaffee oder Tee und ein Brötchen, und dann geht es auf zur Arbeit. Mit dem eigenen Auto vor der Tür oder in der Garage direkt bis zum Arbeitsplatz sollte das entspannend sein. Doch Wissenschafter der University of East Anglia im britischen Norwich und vom Centre for Health Economics der University of York stellten fest, dass sich sowohl das Gehen als auch das Radfahren positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit der Berufstätigen auswirken.

Die körperlichen Vorteile, die Arbeit zu Fuss oder mit dem Rad zu erreichen, sind lange bekannt. Aber Menschen, die auf diese Weise zur Arbeit gelangen, fühlen sich zusätzliche weniger gestresst und können sich besser konzentrieren. Der Forschungsleiter, Gesundheitsökonom Adam Martin, sagt: «Unsere Studie zeigt, je länger Zeit Menschen als Berufspendler im Auto verbringen, desto schlechter ist ihr psychisches Wohlbefinden. Oder umgekehrt: Berufstätige fühlen sich besser, wenn sie einen längeren Weg zu Fuss zur Arbeit zurücklegen.»

18 000 Pendler untersucht

Das Forscherteam wertete für ihre Untersuchungen Daten von 18 000 Berufspendlern aus England und Wales in einem Zeitraum von 18 Jahren aus. Die Teilnehmer, die zwischen 18 und 65 Jahren alt waren, gaben an, dass sie zu 67 Prozent mit dem Auto zur Arbeitsstätte gelangten, 18 Prozent nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel, elf Prozent gelangten zur Fuss zur Arbeit und lediglich drei Prozent nahmen das Fahrrad, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Bei ihren Untersuchungen betrachteten die Forscher unterschiedliche Aspekte der psychischen Gesundheit, wie etwa Selbstwertprobleme, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit oder die Fähigkeit, sich Problemen zu stellen.

Lange Spaziergänge

Das Ergebnis der Untersuchungen zeigte, dass es einen Zusammenhang zwischen der Dauer des Berufspendelns und der mentalen Gesundheit gibt: Während lange Spaziergänge zur Arbeit die psychische Stabilität der Arbeitenden stärken, schwächt langes Autofahren das psychische Wohlbefinden.

Die Studie, die im Magazin «Preventive Medicine» publiziert worden ist, kommt aber noch zu einem weiteren Ergebnis: Velofahrer und Fussgänger schneiden in ihrer Studie am besten ab, doch bei den anderen Verkehrsteilnehmern zeigt sich, dass die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel sich psychisch besser fühlen als Fahrer eines Autos. «Man sollte glauben, dass Massen von Pendlern oder ausfallende Züge den Berufstätigen Stress bereiten würden», sagt Adam Martin.

Doch das ist nicht der Fall, Martin findet dafür folgende Erklärung: «Busse oder Züge geben Berufspendlern auch Zeit zum Entspannen, Lesen oder Kontakteknüpfen. Und es ist in der Regel auch ein Teil des Wegs zu Fuss zurückzulegen, um die Bushaltestelle oder den Bahnhof zu erreichen.» Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, so Martin, dass der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel oder neuer getrennter Radwege Vorteile für die psychische Gesundheit der Berufstätigen hat.

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