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Pausenfüller macht Pause

Villa Kunterbunt
Bettina Kugler

Derzeit habe ich fünf Minuten täglich extra, nur für mich. Es fühlt sich an wie Ferien. Die Sache nennt sich Pausenapfelwochen und entlastet summa summarum fünfzehnmal von der drängenden Frage, was nun morgens um sieben hinein soll in die Znünibox. Sofern diese tags zuvor den Rückweg in unsere Küche und in den Spültrog gefunden hat, statt traurig und allein im Schulzimmer unter dem Pult vor sich hinzugammeln. Allein? Nicht ganz; ein halbverzehrtes Käsebrot und ein paar Trauben könnten auch noch drin sein.

Hätte ich Lust zum Tüfteln in diesen geschenkten Minuten, könnte ich grob überschlagen, wie oft ich schon, vom ersten Kindergartentag der unterdessen zwölfjährigen Tochter bis heute, für sie und ihre kleine Schwester frühmorgens so einfühlsam, kreativ und nachsichtig war (im Fall der fehlenden Brotbox). Aber wer wird denn aufrechnen wollen? Erst recht nicht in der freien Zeit der Pausenapfelwoche! Stattdessen schäle ich das Mandarinli, das nicht mitmuss in die Kälte. Ich lese im Stehen und Kauen ein Gedicht und geniesse, dass ich als Pausenfüller nicht gebraucht werde. Dass ich auch morgen um diese Zeit nicht nach der Box fragen muss. Wobei diese Wiederholungen ja an sich Balsam sind. Geben sie nicht im rastlosen Strom der Tage ein Vorgefühl von Ewigkeit?

Bettina Kugler

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