Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PARASITEN: Bissige Bettgenossen

Bettwanzen verbreiten sich weltweit. Insbesondere während der Ferienzeit reisen die Parasiten in der Dreckwäsche mit und machen es sich in heimischen Betten gemütlich. Da hilft nur der Kammerjäger.
Angela Bernetta

Angela Bernetta

Lisa Keller entdeckt vor dem Spiegel stehend eine Reihe von roten Stichen am Bauch. Eine Mücke kann es nicht gewesen sein, da diese während der kühlen Jahreszeit kaum unterwegs sind. Die 38-Jährige durchsucht das Schlafzimmer, durchwühlt den Schrank, inspiziert Badezimmer und Küche mit Lampe und Lupe und landet letztlich im Wohnzimmer. Plötzlich krabbeln unter dem Polsterstuhl rotbraune Insekten hervor. Lisa Keller zögert nicht lange und zerquetscht die Biester. Hat nicht ihre Schwester vor kurzem einige alte Bücher mitgebracht, die sie auf ihren Reisen erstanden hatte? Bettwanzen haben sich in den vergangenen Jahren weltweit wieder stark ausgebreitet, vermeldet die Schädlingspräventionsberatungsstelle der Stadt Zürich. Reisende bringen die Insekten unwissend in ihrem Gepäck aus fernen Ländern mit nach Hause. Gebrauchte Möbel, Kleider und andere Gegenstände können ebenfalls Hort für Wanzen und deren Eier sein.

Sie beissen nachts und gerne mehrfach

Wanzenbisse sind meist harmlos. Ausgewachsene Bettwanzen sind rotbraun und erinnern in Grösse und Form an einen Apfelkern. Tagsüber verstecken sich die Insekten in Ritzen und Spalten von Betten, Möbeln und Zimmern. Dort legen die weiblichen Tiere ihre Eier ab. In der Nacht werden die Parasiten aktiv und machen sich Blut saugend über Warmblütler her. Bettwanzen stechen nicht, sie beissen. Da sie nicht immer ein Blutgefäss treffen, beissen sie mehrmals. Fachleute nennen diese aneinandergereihten Bisse Wanzenstrasse. Gut möglich, dass diese zu juckenden Pusteln werden. Es kann aber auch sein, dass man sie gar nicht bemerkt. Laut Beratungsstelle sind Wanzenbisse für gewöhnlich harmlos und übertragen keine Krankheiten. Gelegentlich kann es zu Infektionen kommen, die mit Antibiotika behandelt werden.

Ein Befall hat nichts mit unhygienischen Wohnverhältnissen zu tun. Es kann jeden treffen. Einen Bettwanzeneinfall erkennt man an Kot- und Blutspuren der Insekten auf Möbeln, Bettwäsche und Matratzen. Dann gilt es schnell die befallenen Güter zu entsorgen. Hilft das nicht, muss der Kammerjäger her.

Spürhunde im Einsatz gegen Bettwanzen

«Wir rücken jährlich zwischen 60- und 80-mal zur Bettwanzenbekämpfung aus», sagt Daniel Kreienbühl von der gleichnamigen Schädlingsbekämpfung in St. Gallen. Ist eine Wohnung oder ein Haus betroffen, handelt der Kammerjäger schnell. Gelegentlich überprüfen Bettwanzenspürhunde die Räume. «Besichtigung und Beratung vor Ort entscheiden über die Behandlung», ergänzt Kreienbühl. «In einem Steinhaus gehen wir mit Hitze gegen die lästigen Parasiten vor. Mit einem Heissdampfgerät werden die Räume während ein bis zwei Stunden bei 80 Grad behandelt.» Hohlräume, Steckdosen, Betten und Möbel stäuben die Profis zusätzlich mit fossilem Plankton aus. «Auch Holzräume behandeln wir mit dem Heissdampfgerät und punktuell mit gesundheitlich unbedenklichen Insektiziden.» Nachbehandlungen seien bei allen Methoden sinnvoll. «Die Kosten für eine Behandlung bei Wanzenbefall sind mit rund 2000 Franken pro Wohnung hoch», sagt der Bieler Kammerjäger René Ledermann. Hinzu kommen Auslagen für die Entsorgung der befallenen Möbel. «Bettwanzen lassen sich aber lediglich professionell gänzlich vertreiben», sagt er. «Die handelsüblichen Mittel sind da kaum wirksam.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.