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PANFLÖTE: Ihr Baby hat 22 Röhren

Sandra Dobler hat an der Hochschule Luzern Panflöte studiert. Ihr Examen hat die Appenzellerin letzten Sommer bestanden. Jetzt ist sie am Wochenende mit rumänischer Musik erstmals als Solistin zu hören.
Martin Preisser
Die Appenzellerin Sandra Dobler ist als diplomierte Panflötistin schweizweit fast eine Exotin. (Bild: Ralph Ribi)

Die Appenzellerin Sandra Dobler ist als diplomierte Panflötistin schweizweit fast eine Exotin. (Bild: Ralph Ribi)

Martin Preisser

martin.preisser@tagblatt.ch

Nervös sei sie zum Glück überhaupt nicht, sagt Sandra Dobler und freut sich, am Sonntag als Solistin auf der Bühne der Tonhalle St. Gallen stehen zu dürfen, zusammen mit der Camerata Salonistica, einem innovativen St. Galler Laienorchester, und dem Dirigenten Michael Schläpfer, der einst Musiklehrer der jungen Panflötistin war.

«Ja, sie ist fast wie mein Baby, meine Tenorpanflöte», sagt die 26-jährige Musikerin aus Appenzell. 22 Röhren hat das Instrument, aus Bambus und mit einem Innenleben aus Wachs und Kork. Je nachdem, wie Sandra Dobler in die Flöte bläst, wie weit sie die Löcher mit ihren Lippen abdeckt, kann sie Halbtöne und sogar Vierteltöne spielen. Letztere sind vor allem für die zeitgenössische Musik von Bedeutung. Sie ist fast eine musikalische Exotin. Nicht wegen des Instruments, sondern ihres Masters in Instrumentalpädagogik auf der Panflöte. Nur drei diplomierte Panflötisten gibt es derzeit in der Schweiz, darunter ihr Luzerner Hochschullehrer Hanspeter Oggier.

Klangfarben und Aufführungspraxis studiert

Wer meint, Panflöte sei einfach ein lässiges Volksmusikinstrument, der täuscht sich. Schaut man sich die Videos von Sandra Doblers Diplomkonzert an, dann wird man eines Besseren belehrt. Da müssen Klangfarben beherrscht werden, es muss die Balance gesucht werden zwischen mehr Oberton- oder mehr Grundtonklang. An der Hochschule Luzern hat Sandra Dobler auch intensiv die Geschichte der Aufführungspraxis studiert. Wie setzt man die Panflöte im Barock ein, wie in der Moderne, wie soll sie in der Romantik klingen, wie in der rumänischen Volksmusik? Wie erreicht man einen kräftigen oder einen Ton mit Finesse?

Neben der Tenorflöte stehen in ihrem Musikzimmer weitere sieben Panflöten für unterschiedliche Höhenlagen. Sie spielt seit ihrem neunten Lebensjahr Panflöte und ist die Enkelin von Josef Dobler, in Volksmusikkreisen als der «Hornsepp» bekannt. Er galt als Erneuerer der Appenzeller Volksmusik, welche die Enkelin ebenfalls gerne im Ensemble pflegt. Die Panflöte ersetzt in der Appenzeller Streichmusik dann jeweils die Geige.

Eine interessante Erfahrung seien die Orchesterproben mit der Camerata Salonistica gewesen. «Es braucht Power, um sich mit dem eher leisen Instrument durchsetzen zu können.» Vieles habe sie in höhere Tonlagen transponieren müssen, um mit der Panflöte wirklich klar durchzudringen, erzählt die Musikerin, die heute in Einsiedeln und Altstätten 25 Schüler in diesem archaischen Instrument unterrichtet, das eine über 6000 Jahre alte Geschichte hinter sich hat.

Die Camerata Salonistica unter Michael Schläpfer ist ein engagiertes, recht jugendlich frisch spielendes Ensemble, das sich in der Region durch interessante Projekte einen Namen gemacht hat. «Osteuropäische Impressionen» heisst das aktuelle Programm. Die Panflötistin wird in Enescus «Rumänischer Rhapsodie» zu hören sein sowie mit Bartóks «Rumänischen Volkstänzen». Ebenfalls nach Rumänien, wo die Panflöte zum Nationalinstrument wurde, entführt auch der Panflöten-Hit «Hora staccato» von Grigoras Dinicu. Osteuropäisch klingt es auch in Werken von Brahms und Dvorák, deren ungarische und slawische Tänze echte Klassik-Hits geworden sind.

? Sa, 18.11., 19.30 Uhr, Aula Gringel, Appenzell; ? So, 19.11., 17 Uhr, Tonhalle, St. Gallen

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