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Paddelnd um den Säntis

Warum tun Sie das eigentlich? In drei Tagen wollen Ruedi Gamper und Yair Camacho mit Velo und Kajak den Säntis umrunden. Ihre waghalsige Jagd nach Wasserfällen ging gestern los.
Kathrin Reimann
Ruedi Gamper (rechts) und Yair Camacho suchen den Kick im Kajak. (Bild: Benjamin Manser)

Ruedi Gamper (rechts) und Yair Camacho suchen den Kick im Kajak. (Bild: Benjamin Manser)

Ruedi Gamper, Yair Camacho, haben Sie ein Testament verfasst?

Ruedi Gamper: Nein, ich habe keines, wir kennen die Strecke gut, haben alles geplant. Ausserdem habe ich keine Verpflichtungen. Wenn schon, müsste Yair ein Testament haben, er hat Frau und Kind.

Sorgt sich Ihre Familie, wenn Sie mit dem Kajak unterwegs sind?

Yair Camacho: Meine Frau sorgt sich schon, aber sie vertraut mir und unterstützt mich. Mein Sohn hat keine Angst, ich habe ihm als Vierjähriger das Body-Rafting beigebracht, er weiss, auf was ich mich einlasse.

Bei Ihrer Säntisumrundung konzentrieren Sie sich auf die spannenden Strecken, welche sind das?

Gamper: Etwa ein Wasserfall in der Urnäsch à sechs Meter Höhe und sechs weitere kleine Wasserfälle. In der mittleren Thur hat es zwei Fälle à acht Meter Höhe. Das Highlight aber wären die Giessenfälle à 12 Meter, allerdings können wir die nicht bei jedem Wasserstand befahren.

Kennen Sie dieses Gefühl: Angst?

Gamper: Ja, aber man darf niemals Angst haben, sonst hat man verloren. Aber Respekt vor allem haben, das ist wichtig.

Was wäre das Worst-Case-Szenario für Ihre Säntisumrundung?

Gamper: Ein schmerzender Po vom Velofahren und zu wenig Wasser in den Bächen und Flüssen.

Camacho: Wir könnten Probleme mit unseren Velos haben oder uns verletzen. Aber das Allerschlimmste wäre schon ein gebrochener Rücken.

Gamper: Ich bin aber überzeugt, dass uns nichts passieren wird.

Sie könnten die Gewässer einfach mit dem Auto anfahren, setzen sich aber lieber drei Tage Wind und Wetter aus und umrunden den Säntis mit Paddel und Pedalen. Warum tun Sie das eigentlich?

Gamper: Als Kajakfahrer ist man ständig mit dem Auto unterwegs, ausserdem war meine Ex-Freundin angepisst, weil sie uns immer rumchauffieren musste… Deshalb haben Yair und ich, als wir gemeinsam in Mexiko mit dem Kajak unterwegs waren, diesen Plan ausgeheckt.

Und warum haben Sie den Plan nicht gleich in Mexiko umgesetzt, wieso umrunden Sie den Säntis?

Gamper: Er ist mein Hausberg, ich bin hier aufgewachsen. Ich bin viel im Ausland unterwegs, und immer wenn ich heimwärts fahre und den Säntis erblicke, weiss ich, jetzt bin ich zu Hause.

Sie sind ständig auf halsbrecherischen Kajakrouten unterwegs, warum brauchen Sie diesen Kick?

Gamper: Mir wäre es sonst zu langweilig im Leben. Jeder wird von etwas angetrieben. Man findet etwas lässig, und dann will man mehr davon. Bei den einen ist es die Karriere, die wollen immer eine neue Schule besuchen. Bei mir sind es die Bäche, ich will ständig neue befahren.

Waren Sie schon als Kind so?

Gamper: Damals war ich noch viel schlimmer. Ich konnte nicht einmal eine Minute still sitzen, heute bin ich ruhiger geworden.

Und wie sehen Sie sich im Alter?

Gamper: Mein Ziel ist es, auch noch mit 80 Jahren Kajak zu fahren, Spass zu haben und möglichst viel herumzureisen.

Am Mittwoch wollen Sie von Ihrem Trip zurück sein, geht es dann gleich zurück an die Arbeit?

Camacho: Ja, für uns beide geht es gleich weiter. Aber das ist okay, körperlich ist man vielleicht ausgelaugt, aber geistig ist man frisch und voller Inspirationen.

Die Umrundung kann man auf dem Blog auf www.facebook.com/dynamicdudes verfolgen. Ausserdem drehen die beiden einen Dokumentarfilm.

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