Pablo Neruda wohl vergiftet

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Untersuchung Pablo Neruda war ein sprachgewaltiger Poet und ein strammer Kommunist. Den rechten Militärs in seinem Heimatland Chile war der Literaturnobelpreisträger deshalb ein Dorn im Auge. Kurz nach dem Putsch 1973 könnte die Junta von General Augusto Pinochet den Autor aus dem Weg geräumt haben.

Das legt ein neuer Bericht einer internationalen Expertengruppe nahe. Demnach starb Neruda möglicherweise an einer Vergiftung und nicht an Krebs. Man habe einen Giftstoff gefunden, erklärte der spanische Forensiker Aurelio Luna. Weitere Laborstudien sollen nun klären, ob es sich um eine von Menschenhand herbeigeführte Vergiftung handle. «Wenn sich herausstellt, dass das Bakterium in einem Labor gezüchtet wurde, dann handelt es sich eindeutig um Fremdeinwirkung», sagte Luna. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in einem Jahr vorliegen. Gemäss den Forensikern ist bereits sicher, dass Neruda nicht an Prostatakrebs gestorben ist, wie es in der offiziellen Sterbeurkunde heisst. (sda)