Oliver's, Amriswil: Eine kulinarische Weltreise

Manchmal regt die Lektüre einer Speisekarte nicht nur den Appetit an, sondern auch die Phantasie. So geschehen bei unserem ersten Besuch in dem Restaurant, das Oliver Wenger in Amriswil seit drei Monaten unter dem trendigen Namen «Oliver's» führt.

Andreas Bauer
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Andreas Bauer)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Andreas Bauer)

Manchmal regt die Lektüre einer Speisekarte nicht nur den Appetit an, sondern auch die Phantasie. So geschehen bei unserem ersten Besuch in dem Restaurant, das Oliver Wenger in Amriswil seit drei Monaten unter dem trendigen Namen «Oliver's» führt. Anhand der Menus machen wir uns in Gedanken auf eine Weltreise: Vor dem Start gönnen wir uns am Flughafen nochmals etwas typisch Schweizerisches, ein Züri-Geschnetzeltes (36.–). Beim Zwischenhalt in Moskau erwartet uns ein Stroganoff (36.–), und nach der Ankunft in Peking freuen wir uns auf ein Enten-Nudel-Gericht (35.–). In Bangkok geniessen wir rotes Thai-Curry (32.–), in Jakarta Bami Goreng (23.–), und in Wellington steht uns der Sinn nach grilliertem Lammfilet (200 g, 35.–). In Mexiko-Stadt machen wir auf Vegi und bestellen gefüllte Weizentortillas (18.–), bei einem Abstecher nach Tijuana schalten wir eine Gedenkminute für Cesare Cardini ein und geniessen den angeblich von ihm erfundenen Caesar Salad (12.–).

Mehr als nur Beilage

Und schon geht es zurück nach Europa. Noch ein kurzer Aufenthalt in Barcelona bei katalanischen Tapas (13.–), und dann sind wir wieder in der Heimat. Was hatte uns unterwegs doch die ganze Zeit so gefehlt? Genau! Ein Felchenessen (32.–) am Ufer des Bodensees. «Darf ich Ihre Bestellung aufnehmen?», fragt eine freundliche Stimme, die uns auf den Boden der Realität zurückholt. «Ja, sehr gern!»

Als Vorspeisen wählen wir zum einen den bereits erwähnten Caesar Salad, Klassiker der Tex-Mex-Küche, mit knackigem Eisbergsalat, Speck, Croûtons und gehobeltem Parmesan; zum anderen eine pikante thailändische Kokos-Zitronengras-Suppe, verfeinert mit hausgemachtem Chili-Öl und mit einer gebratenen Jakobsmuschel (13.–). Freude bereiten auch die beiden Hauptgerichte.

Zum Stroganoff wird ein Trüffel-Kartoffelstock aufgetragen, der definitiv mehr ist als Beilage und so fein schmeckt, dass er auch für sich allein, ohne Fleisch und Sauce, ein toller Genuss wäre.

Feurig scharf

Unser zweiter Hauptgang ist in der Tat so «feurig scharf» wie auf der Karte beschrieben. In einer roten Thai-Curry-Sauce werden Pouletwürfel und Tiger Brawns serviert, dazu Gemüse und Basmatireis.

Köstlich schliesslich auch unser Dessert: ein cremiges Marroni-Parfait (4.–), das wunderbar auf der Zunge zergeht; nicht zu süss und nicht so mastig wie Vermicelles. Oliver Wenger ist mit dieser Kreation zwar noch nicht völlig zufrieden, und tatsächlich mussten wir zunächst trickreich gegen das Wegflutschen im vielleicht etwas zu grossen Teller kämpfen. Mit ein wenig Geduld hätte sich unser Problem, das nicht wirklich eines war, von selbst gelöst. Aber wir konnten nicht warten, dazu war das Parfait ganz einfach zu gut!

Unser Eindruck: Oliver's Restaurant ist eine Bereicherung der Thurgauer Gastrolandschaft. Das Team um Oliver Wenger leistet sehr gute Arbeit, der Chef selber nimmt sich zwischendurch immer wieder Zeit und zeigt sich seinen Gästen. In den frisch renovierten und sehr angenehm beleuchteten Räumen herrscht eine freundliche Atmosphäre.

Oliver's Restaurant, Amriswil Weinfelderstr. 2, Tel. 071 411 32 32 www.olivers-restaurant.ch Öffnungszeiten: Mi bis So Karte: Hauptgerichte 18.– bis 52.–