Nur während fünf Jahren erlaubt

Ursprünglich war die Eizellenkonservierung für junge, an Krebs erkrankte Patientinnen gedacht, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen. Wird die Technik bei gesunden Frauen angewandt, spricht man von Social Freezing.

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Ursprünglich war die Eizellenkonservierung für junge, an Krebs erkrankte Patientinnen gedacht, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen. Wird die Technik bei gesunden Frauen angewandt, spricht man von Social Freezing.

Mit Hilfe von Hormonen werden die Eierstöcke der Frau stimuliert. Die Eierstöcke produzieren daraufhin statt des üblichen einen Eis pro Zyklus nun Dutzende von Eiern, die unter Vollnarkose abgesaugt werden können. Zwischen fünf und 20 Eizellen können auf diesem Weg gewonnen und dann in flüssigem Stickstoff bei –196°C tiefgefroren werden. Das Verfahren trägt auch die Bezeichnung «Vitrifikation».

Als erste Klinik in der Schweiz bot die Privatklinik von Dr. Zech in Niederuzwil Social Freezing an. Für rund 3000 Franken (in den USA kostet der gleiche Eingriff bis 20 000 Dollar) können Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen. Dem Kanton St. Gallen war diese Fortpflanzungsmethode allerdings nicht geheuer. Das St. Galler Verwaltungsgericht schuf erst Ende 2013 mit einem Entscheid Klarheit. Das geltende Recht lasse die Entnahme und Konservierung unbefruchteter Eizellen zu. Allerdings dürfen die Eizellen zum heutigen Zeitpunkt in der Schweiz nur fünf Jahre eingefroren werden. «Eine unsinnige Regelung», sagt Frauenarzt Robert Schönenberger.

Neu soll die Frist denn auch auf zehn Jahre verdoppelt werden. So sehen es Bundesrat und Parlament in einem neuen Gesetzesentwurf vor. Viele Fortpflanzungsmediziner halten eine Limite des Alters der Frauen (45) beim Einsetzen der Eizellen für sinnvoller. Die Gesetzeslage ist in dieser Hinsicht noch sehr vage. (kaf)

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