Nur eines überlebt

Ein ganz ausgebuffter Betrüger ist der Kuckuck. Tagelang lungert das Kuckuckweibchen im Gebüsch herum und beobachtet ein Gartenrotschwanz-Paar beim Nestbau. Bald liegt das erste Gartenrotschwanz-Ei im Nest, drei weitere folgen.

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Cuckoo, Cuculus canorus, single bird on post, Midlands, April 2011 (Bild: (53774307))

Cuckoo, Cuculus canorus, single bird on post, Midlands, April 2011 (Bild: (53774307))

Ein ganz ausgebuffter Betrüger ist der Kuckuck. Tagelang lungert das Kuckuckweibchen im Gebüsch herum und beobachtet ein Gartenrotschwanz-Paar beim Nestbau. Bald liegt das erste Gartenrotschwanz-Ei im Nest, drei weitere folgen.

Dann kommt die Stunde des Kuckucks. Die Rotschwanz-Eltern haben Hunger, fliegen weg, lassen die Eier allein. Schnell huscht das Kuckuckweibchen zum Nest und legt sein Ei zu den anderen. Damit die Eltern den Betrug nicht merken, weil ein Ei zu viel daliegt, schnappt der Kuckuck beim Wegfliegen noch schnell ein Rotschwanz-Ei. Die Rotschwänze brüten arglos ihre Eier aus. Schon nach zwölf Tagen schlüpft ein erstes Küken, der kleine Kuckuck. Erst danach kommen die richtigen Kinder. Diese wirft das Kuckuck-Küken nach und nach aus dem Nest, bis es allein ist. Nur so kann es überleben, weil es mehr Nahrung braucht als die Küken der Leiheltern. Alle Wirtseltern lassen sich aber nicht übertölpeln und werfen den Kuckuck hinaus. Deshalb legt das Kuckucksweibchen jeweils bis 22 Eier in verschiedene Nester.