«Nur ein Ei pro Tag»

Oswald Burch ist Geschäftsführer der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten «GalloSuisse» in Zollikofen.

Urs Oskar Keller
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Oswald Burch ist Geschäftsführer der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten «GalloSuisse» in Zollikofen. Urs Oskar Keller

Herr Burch, wegen der Kältewelle haben die Schweizer Hühner weniger Eier gelegt und bei Junghennen verzögerte sich der Legebeginn. Gibt es Ostern ohne Ostereier?

Oswald Burch: Es könnte sein, dass vor Ostern das eine oder andere Ei fehlen wird. Vielleicht, wohlverstanden. Das ist aber eigentlich eine völlig naturgetreue Situation. Legehennen legen keine zwei Eier pro Tag, selbst dann nicht, wenn wir Menschen gerade Ostern feiern.

Warum erhöht «GalloSuisse» nicht die Anzahl Hühner auf Ostern?

Burch: Nach Ostern sinkt die Nachfrage rapide. Und selbstverständlich wird dies sehr wohl in die Jahresplanung mit einbezogen. Dem setzt die Natur aber Grenzen, was für uns moderne Menschen vielleicht gar nicht so schlecht ist. Noch gibt es keine Legehennen, die nur exakt für die Osterzeit eingesetzt und nachher gleich wieder ausgemerzt werden.

Sind Schweizer Eier unbedenklich zu geniessen?

Burch: Ja. Wenn deutsche Verbraucherschützer zum Eierverzicht aufrufen, betrifft dies ausdrücklich Importeier und nicht Schweizer Eier. Da zeigt sich, wer P wie Preis sagt, sagt auch R wie Risiko – das trifft also auf 26,4 Prozent der in der Schweiz verkauften Eier, auf Import-Schaleneier zu. Davon stammen circa 25 Prozent aus Deutschland.

Was macht das Ei so besonders?

Burch: Ein Ei enthält «von Haus aus» zwölf Vitamine und eine bemerkenswerte Liste wichtiger Mineralstoffe, von Calcium über Magnesium, Kalium, Jod bis Silicium.

Welche Bedeutung hat die Eierproduktion für die Schweiz?

Burch: In der Schweiz leben rund 2,5 Millionen Legehennen. Dazu kommen gut 950 000 Küken und Junghennen. Der Legehennenbestand verteilt sich auf etwa 11 400 Betriebe. Das macht 2,2 Prozent des Produktionswertes der Schweizer Landwirtschaft aus.

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