Noch kein Erfolg beim Zürcher Massentest

Massengentests sind in der Schweiz seit 2005 gesetzlich geregelt. Zum ersten Mal schweizweit wurde die Methode der Massengentests in Zürich eingesetzt. Im Dezember 2010 wurde im Zürcher Seefeld eine 56jährige Psychotherapeutin in ihrer Praxis erstochen.

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Massengentests sind in der Schweiz seit 2005 gesetzlich geregelt. Zum ersten Mal schweizweit wurde die Methode der Massengentests in Zürich eingesetzt. Im Dezember 2010 wurde im Zürcher Seefeld eine 56jährige Psychotherapeutin in ihrer Praxis erstochen. Für die Ermittlungen griff die Zürcher Justiz wenige Wochen später im Jahr 2011 auf eine grossangelegte Untersuchung mit Speichelproben von rund 300 Männern zurück.

Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. «Nach wie vor werden ab und zu Männer für einen Wangenschleimabstrich aufgeboten. Die DNA von gegen 400 Männern konnte bis dato mit jener des Täters verglichen werden – ohne Erfolg», sagt der Zürcher Staatsanwalt Matthias Stammbach, der die Untersuchung leitet.

«Würde es wieder anordnen»

Trotz des Misserfolgs würde er wieder eine Massenuntersuchung durchführen. Kosten dürften bei einem derartigen Kapitalverbrechen nicht im Vordergrund stehen. Auch könne man nicht über die Erfolgschancen sprechen. «Schliesslich wird vielen Personen eine Probe entnommen, gesucht ist aber nur ein Täter. Vielmehr kommt es darauf an, dass die Kriterien für das Profil der Täterschaft eingegrenzt werden können.»

Die DNS (Desoxyribonukleinsäure) ist der chemische Stoff, der die Erbinformationen enthält. Sie befindet sich als fadenförmiges, etwa 1,5 Meter langes Molekül im Kern jeder Zelle des menschlichen Körpers. Nur ein kleiner Teil des DNS-Moleküls wird von Genen (Erbgut) beansprucht und enthält genetische Informationen. Dazwischen liegen «stumme» Abschnitte ohne biologische Funktion. Diese nichtcodierenden Regionen sind so vielgestaltig, dass ausser eineiigen Zwillingen jedes Individuum ein einmaliges DNS-Muster besitzt.

Zweifelsfreie Identifikation

Zur Identifikation wird aus den nichtcodierenden Regionen eine Buchstaben-Zahlen-Kombination erstellt (DNS-Profil). Dieses kann elektronisch gespeichert und mit DNS-Profilen biologischer Spuren verglichen werden. Stimmen die beiden Profile überein, steht der Spurenverursacher zweifelsfrei fest. (nlz/sda)