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NASHORN: Das letzte Männchen

Sudan, das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt, ist gestorben. Er war ein tierischer Popstar.
Sudan, das letzte Männchen seiner Art. (Bild: EPA)

Sudan, das letzte Männchen seiner Art. (Bild: EPA)

Sudan verbrachte einige seiner letzten Tage auf einem Bett aus Heu. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt war oft zu schwach, um umherzulaufen. Leise schnaufend lag er im Schatten in seinem Gehege in einem Wildtierreservat in Kenia. Seine Ohren drehten sich wie kleine Satellitenschüsseln in alle Richtungen, wohl neugierig, was der ganze Trubel um ihn herum soll.

Im hohen Alter von 45 Jahren ist Sudan – genannt nach dem Land seiner Geburt, im heutigen Südsudan – gestorben. Er habe sehr gelitten und seine Tierärzte hätten entschieden, ihn einzuschläfern, erklärte gestern das Wildtierreservat Ol Pejeta.

Mit dem Tod des berühmten Tieres ist auch seine gesamte Unterart fast von diesem Planeten verschwunden. Aber nur fast. Das Überleben der Unterart hängt nun an den letzten zwei Nördlichen Breitmaulnashörnern der Welt – an den Weibchen Najin und Fatu, Sudans Tochter und Enkelin. Und an modernster Forschung.

Einst zogen Nördliche Breitmaulnashörner in grosser Zahl durch den Kongo, Uganda, den Tschad, den Sudan und die Zentralafrikanische Republik. Doch vor allem Wilderer rotteten die Unterart nahezu komplett aus. Nashörner werden meist wegen ihrer Hörner gejagt, denn das pulverisierte Horn gilt in einigen asiatischen Ländern als Medizin.

Viel zu spät schrillten im Fall des Nördlichen Breitmaulnashorns die Alarmglocken. Aber einen Hoffnungsschimmer gibt es noch nach Sudans Tod: «Das Überleben dieser Unterart hängt eindeutig an den Weibchen», sagt Steven Seet vom Leibniz-Institut (IWZ) in Berlin. In einem komplizierten Verfahren wollen Forscher des Instituts den Weibchen Najin und Fatu demnach Eizellen entnehmen und sie mit vor längerer Zeit gewonnenen, eingelagerten Spermien vereinen.

Embryos können dann etwa von einem Südlichen Breitmaulnashorn ausgetragen werden, wie Seet erklärt. Ol Pejeta zufolge könnte die künstliche Befruchtung bis zu neun Millionen Dollar kosten. Das Leibniz-Institut ist optimistisch, dass die künstliche Reproduktion klappen wird – bereits in wenigen Monaten. (sda)

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