Nasa fürchtet Donald Trump

Christina Horsten, dpa
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Raumfahrt Die Raumfahrt gehörte bislang nicht zu den Lieblingsthemen von Donald Trump. Umso mehr Sorgen macht man sich derzeit bei der Nasa. Wohin steuert Trump – zum Mond oder zum Mars?

Zunächst einmal müssten die Schlaglöcher auf dem Boden zu Hause in den USA repariert werden, antwortete Donald Trump während des Wahlkampfs auf die Frage eines Knaben. Früher sei die US-Raumfahrtbehörde Nasa grossartig gewesen. «Jetzt haben wir grössere Probleme.»

Die erste Frage vieler Beobachter ist meist: Wohin geht es? «Journey to Mars» ist seit Jahren der viel zitierte Werbespruch der Nasa. Mit Robotern und Sonden ist die Nasa bereits auf dem Roten Planeten. Menschen sollen den Himmelskörper Anfang der 2030er-Jahre umrunden.

Trump aber könnte eine – von Obama abgelehnte, aber von vielen Republikanern unterstützte – Rückkehr zum Mond befürworten. Auf der Suche nach Ressourcen und möglicherweise sogar Siedlungsraum für Menschen. Nasa-Manager John Grunsfeld lehnte das allerdings kürzlich gegenüber der «New York Times» ab. «Der Mond ist ein netter Ort für einen Besuch, aber dort leben will man nicht.»

Startsystem und Transportkapsel für weite Flüge mit Menschen entwickelt die Nasa bereits. Das Space Launch System und die Kapsel Orion sollen 2018 erstmals getestet werden. Allerdings ist das Projekt extrem teuer und schon Obama hatte sich für die Abschaffung ausgesprochen. Ob die für 2020 geplante bemannte Asteroiden-Mission ARM starten kann, ist unklar.

Offen hat sich Trump vor allem gegenüber der Zusammenarbeit mit privaten Anbietern gezeigt. Das macht die Nasa bisher auch schon, unter anderem mit den Firmen SpaceX oder Orbital Sciences. Schon in diesem Jahr sollen auch wieder private US-Anbieter Astronauten zur Raumstation ISS bringen und damit die Abhängigkeit von Russland beenden. An die ISS sind die USA noch bis 2024 gebunden.

Christina Horsten, dpa