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Nachwuchs ohne Sex

Fortpflanzung Die weltweit gefürchteten Marmorkrebse sind allesamt Klone und stammen von einem einzelnen Weibchen ab. Das schreiben Forscher im Fachblatt «Nature Ecology & Evolution». Der Marmorkrebs (Procambarus virginalis) wurde erst in den 1990er-Jahren in europäischen Aquarien entdeckt. DNA-Analysen ergaben, dass es sich um eine Form des nordamerikanischen Everglades Sumpfkrebses handelt – mit einem entscheidenden Unterschied: Während der Everglades Sumpfkrebs beide Geschlechter zur Fortpflanzung benötigt, vermehrt sich der Marmorkrebs durch Parthenogenese, also Jungfernzeugung. Dabei entstehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen, denen durch bestimmte Hormone eine Befruchtung quasi vorgespielt wird. Der Marmorkrebs ist der einzige bekannte Flusskrebs, der sich durch Parthenogenese fortpflanzt – und das explosionsartig. Im Zwölf-Wochen-Rhythmus können die Tiere bis zu 500 Eier produzieren. Der Flusskrebs mit dem namensgebenden braun marmorierten Panzer hat sich so besonders im afrikanischen Inselstaat Madagaskar zur gefrässigen Plage entwickelt.

Die Erforschung des Marmorkrebses könnte auch wegweisend für das Verständnis von Tumoren sein, sagt der Molekularbiologe Frank Lyko. Ähnlich wie beim Marmorkrebs hätten die Zellen eines Tumors ihren Ursprung in einer einzelnen Zelle. Sie breitet sich durch Teilung rasant aus. Wie dieser Prozess aber genau funktioniere, sei noch nicht geklärt. (sda)

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