Nach Reformen eine neue Chance

Die Stimmbürger Graubündens entschieden im März 2013 gegen eine Olympiakandidatur 2022. «Wir haben eine Riesenchance verpasst», sagt Eishockey-Weltverbands-Präsident René Fasel. «St. Moritz/Davos wäre durchmarschiert», sagt FIS-Präsident Gian-Franco Kasper.

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Die Stimmbürger Graubündens entschieden im März 2013 gegen eine Olympiakandidatur 2022. «Wir haben eine Riesenchance verpasst», sagt Eishockey-Weltverbands-Präsident René Fasel. «St. Moritz/Davos wäre durchmarschiert», sagt FIS-Präsident Gian-Franco Kasper.

IOC Mitglieder denken um

Das heisst: St. Moritz/Davos hätte die Spiele mit grösster Wahrscheinlichkeit zugesprochen erhalten. Zahlreiche IOC-Mitglieder haben eingesehen, dass es nicht im Stil von Sotschi (50 Milliarden Franken Investitionen) weitergehen kann.

Nach Vancouver 2010, Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018 wäre die Reihe an einer europäischen Stadt gewesen. Die Kandidaten München und Oslo warteten die Volksabstimmung im Bündnerland ab. Bei einem Ja hätten sie verzichtet, weil St. Moritz/Davos als brillante Bewerbung – bescheiden und umweltfreundlich – betrachtet wurde.

Dezentrale Spiele möglich

Und wie sieht es für 2026 aus? «Es wird eine Rolle spielen, ob die Reformvorschläge im Dezember in Monte Carlo beim IOC durchkommen», sagte Gian-Franco Kasper. «Aber das schlechte Image des IOC sitzt bei unseren Leuten tief drin.» René Fasel weist darauf hin, dass die Vorgaben vom IOC für kompakte Spiele aufgeweicht werden könnten. Das würde neue Möglichkeiten eröffnen. Bei einer Bündner Kandidatur könnten zum Beispiel auch die Eishallen von Zürich und Bern einbezogen werden.

Der Nachteil: Das neue Konzept würde zu verschiedenen Weltmeisterschaften führen, das olympische Dorf als Treffpunkt ginge verloren – genau das, was die olympische Bewegung bisher vermeiden wollte.

Solche Olympischen Winterspiele liessen sich ohne Defizit durchführen. Das IOC garantiert 880 Millionen Dollar aus Marketing/TV. Die Bündner würden es sich wohl auch überlegen, ob sie ein Geschenk des Bundes von einer Milliarde Franken ein zweites Mal ablehnen. (PAF)