Mutter hat Kinder wohl erstickt

Die beiden Kinder von Flaach sind vermutlich erstickt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Dienstag aufgrund erster Erkenntnisse der Rechtsmedizin mit. Die tatverdächtige Mutter hatte am Montag ein Geständnis abgelegt, sich zum Tathergang allerdings nicht geäussert.

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In diesem Haus spielte sich die Tragödie ab. (Bild: Keystone)

In diesem Haus spielte sich die Tragödie ab. (Bild: Keystone)

Das Zwangsmassnahmengericht hat laut Mitteilung gegen die 27-jährige Untersuchungshaft angeordnet. Die weiteren Umstände der Tat, deren Hintergründe und das Tatmotiv sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Mutter in der Psychiatrie
Die junge Frau befindet sich laut Staatsanwaltschaft in einer psychiatrischen Klinik. Wann die nächsten Einvernahmen stattfinden, konnte Staatsanwältin Claudia Kasper gegenüber der Nachrichtenagentur sda noch nicht sagen. Die Anwältin der Tatverdächtigen habe bereits mit ihrer Mandantin gesprochen.

Die Mutter hatte gestanden, am Abend des Neujahrstags in der Familienwohnung in Flaach ihren fünfjährigen Sohn und das zweijährige Töchterchen getötet zu haben. Anschliessend rief sie selbst die Polizei, wartete aber nicht auf deren Eintreffen, sondern verliess die Wohnung. Später konnte sie festgenommen werden. Sie hatte sich selbst mit einem Messer verletzt.

Konflikt eskaliert
Das zweifache Tötungsdelikt war trauriger Höhepunkt eines Konflikts der Familie mit der zuständigen Kindes− und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Diese hatte die vorübergehende Unterbringung der Kinder in einem Heim verfügt, nachdem die Eltern wegen Betrugsverdachts Anfang November verhaftet worden und ausserdem Gefährdungsmeldungen bezüglich der Kinder eingegangen waren.

Auch nach der Entlassung der Mutter aus der Haft einige Tage später sollten die Kinder im Heim bleiben, bis alle nötigen Abklärungen getätigt sein würden. Über die Feiertage durften sie zwei Wochen bei der Mutter verbringen, hätten aber am vergangenen Sonntag wieder zurückgebracht werden sollen.

Behörde unter massivem Druck
Gegen die KESB brach nach der Tragödie ein eigentlicher Shitstorm los. Aufgrund massiver Drohungen per eMail und via soziale Medien konnte die Behörde eine vorgesehene Medienkonferenz nicht abhalten: Die Polizei riet dringend davon ab. Die Polizei machte am Dienstagnachmittag keine weiteren Angaben zu den Drohungen.

Die Behörde ihrerseits ist an die Schweigepflicht gebunden und kann wenig Auskünfte geben. Anzeichen für eine akute Gefährdung der Kinder durch die Mutter habe es keine gegeben. (sda)