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MUSIK: Blues für Steaks und Bier

Die Toggenburger Band Invade Bluesband ist seit zwei Jahrzehnten der Garant für gut gecoverten Blues. Die fünf älteren Herren spielen seit 20 Jahren zusammen und investieren ihre Gagen in Familien-Grill-Partys.
Michael Hug

Michael Hug

ostschweizkultur@tagblatt.ch

«Die Bluesmusik gibt uns vieles zurück.» Sagt Franco Pellegrini, Mitgründer und Sänger der Band. Es ist der hauptsächlichste Grund, warum die fünf Invade’s sich jeden Freitag im Probenraum drei Stunden lang mit Riffs und Melodien abmühen. Immer wieder noch einmal beginnen mit einem Stück, bis es sitzt, zwischendurch mit einem «Appenzeller» kühlen und dann den ganzen Song hinschmettern mit Leib und Seele. Und endlich passt’s! Blues impliziert Leiden, leiden im Probenraum mitunter. «Aber meistens haben wir es ziemlich spassig», sagt Pellegrini. So schlimm sei es dann doch nicht mit dem Leiden.

Nicht die besten Musiker, aber ideale Besetzung

Man «leide», wenn man so will, nun schon mehr als zwanzig Jahre zusammen, sagt Cello Pedrett, der Sax-Man, und hätte den Spass daran noch immer nicht verloren: «Wir sind vielleicht nicht die besten Musiker, aber wir sind die ideale Besetzung.» Das ist wahrscheinlich das Erfolgsrezept der fünf Toggenburger, die seit zwei Jahrzehnten in dieser Besetzung Invade sind: Sandro Pantaleoni, 60, Keyboards und Akkordeon, Marcel «Cello» Pedrett, 53, Saxofon, Franco Pellegrini, 67, Gitarrist und Sänger, Markus Schälli, 65, Bass, und Heinz Wellauer, 50, Schlagzeuger und Jüngster der Band. 1992 begann Invade mit acht Musikern, erzählt Pellegrini: «Aber wir haben erfahren müssen, dass man mit sehr guten Musikern noch nicht automatisch eine gute Band hat.»

Die ersten Invade lösten sich 1998 auf, drei (Pellegrini, ­Pedrett und Pantaleoni) blieben, holten zwei Neue dazu, und da hatte man sie gefunden: die ideale Besetzung. Seither spielen Invade den Blues, heftig und schnell, triefend und leidend oft auch. Aber: man habe noch nie einen eigenen Song geschrieben, sagt Pellegrini: «Es kam einfach nie dazu.» Ganz ohne Arbeit geht das Covern jedoch nicht, sagt Cello Pedrett, der alle Arrangements schreibt. «Er ist der Einzige, der Noten lesen kann», grinst Pellegrini. Sagt der, der mit Sandro Pantaleoni schon zehn Jahre vor Invade Tanzmusik gemacht hat – stets nur nach Gehör.

Verschworene Gemeinschaft, die auch eine Band ist

«Wir machen Musik und freuen uns am doch beachtlichen Erfolg», sagt Markus Schälli. Dabei sind die fünf Freizeitmusiker beste Freunde geworden. «Auch neben dem Musikmachen unternehmen wir viel miteinander.» Die Familien der fünf sind eingebunden, man macht gemeinsame Ausflüge, Skiferien, Grillabende, eine verschworene Gemeinschaft. Fünf Freunde, die sich respektieren, Pedrett: «Ich habe im Probenraum noch nie ein böses Wort gehört.» Einen Bandleader kennt Invade nicht. «Wir diskutieren alles aus, Engagements, Gagen, Repertoire.» Man lehne Anfragen auch mal ab, wenn es nicht passt. Pellegrini: «Wir wollen es nicht übertreiben, es soll ja Spass machen und nicht eine Last werden.» Die Reputation, die sich durch einen Auftritt ergeben könne, sei ihnen nicht mehr wichtig, sagen die fünf unisono: «Wir spielen an privaten Geburtstagen oder an einem Festival in Vorarlberg.»

Bier und Steaks sind wichtiger als hohe Gagen

Es fehlt Invade vielleicht etwas an Ehrgeiz, aber: «Es macht keinen Spass, irgendwo im Niemandsland vor zehn Leuten zu spielen.» Man sei ja eigentlich schon berühmt genug, so der Tenor, und erfreue sich eines grossen Fanpublikums, das treu auch an weiter weg gelegene Konzerte kommt. In vielen Bluesclubs und an Festivalbühnen der Ostschweiz und des Mittellands, auch des Vorarlbergs und Süddeutschlands klebt der Invade-Sticker. Sie wurden für die Jazztage Lichtensteig engagiert, an die Blues Nights Basel und Gossau eingeladen. Drei CDs haben sie produziert, alle fünf Jahre eine. Es gehe nicht um das Geld, sagt Pellegrini, der Architekt, Pedrett, Leiter Facility Management, Pantaleoni, der Unternehmer, Schälli, Lehrer, und Wellauer, Schadenexperte. Gagen werden, sofern nach den Spesen noch etwas bleibt, in Technik und Instrumente investiert – oder in Steaks vom Grill und Bier an einer Hausparty bei einem der fünf.

Invade Jubiläumskonzert:

Sa, 3.3., 21 Uhr, Restaurant Sonne Krummenau. invade.ch

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