«Mit Recht zu verbrennen erkannt»

Dies nach geschriebene Ketzerei, Aberglauben und Missetat hat Itly am Hag ( auch Itt[a] Köchlin geheissen), so da gegenwärtig steht, verjehen [eingestanden]:

Drucken
Teilen

Dies nach geschriebene Ketzerei, Aberglauben und Missetat hat Itly am Hag ( auch Itt[a] Köchlin geheissen), so da gegenwärtig steht, verjehen [eingestanden]:

Item, als sie im Gwad [Oberdorf Wädenswil] zu Hause sei gewesen, und auf etliche Zeit wäre einer zu ihr in das Haus in den Eren [Estrich, Tenne] gekommen mit viel guter Rede, auch Gelds und Guts genug, das er ihr geben wollte, dass sie täte seinen Willen. Darnach ist er aber[mals] zu ihr gekommen. Da habe sie sich ihm geeiniget, allen seinen Willen zu tun und [habe] damit Gottes verleugnet. [Sie] hat auch mit ihm zu schaffen gehabt. Er ist auch dick [oft] zu ihr gekommen [und hat] die Dinge gebraucht in Gestalt, [als] ob es ihr Mann wäre und etwan in eines anderen Gestalt. Und heisst derselbe Teufel Beltzibock.

Item darnach habe der Mock Kaltbrunner selig ihr etwas wollen zufügen, das ihr nicht lieb wäre. Da habe sie einen Reif über ihn wollen machen. Er [der Reif] sei aber weiter gegangen.

Dasselbe wäre aber ihr nicht lieb und ist wohl 25 Jahre sider [seither].

Item, und als sie aus dem Gwad gekommen und an Richterswiler Berg gekommen sei, da habe sie noch zwei Reife gemacht.

Darnach habe sie drei Hagel gemacht, den einen gegen der March, den andern gegen Zug überhin, den dritten über Wäberrüti und andere Güter daselbst. Item, mehr hat sie verjehen [eingestanden] , dass sie etliche Haupt Vieh habe verderbt.

Also ward sie auf 18. Tag Maiens vor einen Landtag gestellt und mit Recht zu verbrennen erkannt, als auch auf den Tag beschah im [15]18 Jahr.

Itlin am Hag. Sie ward verbrennt den 18. Maien 1518.

B VII Akten Landvogtei Wädenswil 41.12; 18. Mai 1518

Aus Otto Sigg, Hexenprozesse mit Todesurteil. Justizmorde der Zunftstadt Zürich. Frick 2012, Fr. 60.–