Mit Märchen und Marignano

Eine Märchenwoche und ein besonderer Blick auf die Schlacht von Marignano sollen Zuschauer auf die Kanäle von SRF Kultur locken. Dies gaben die Verantwortlichen bei einem Ausblick auf das Programm der kommenden Monate bekannt.

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«Märchen sind in unserem Alltag omnipräsent», sagte Projektleiter Rajan Autze gestern vor den Medien. Vom 2. bis 9. Dezember bespielt SRF alle Kanäle mit dem Thema. Präsentiert werden bekannte und unbekannte Märchen aus aller Welt. Zudem kommen neue hinzu. Diese entstehen laut Autze etwa, indem Popsongs als Grundlage genommen werden. Auch auf Twitter wird das Thema aufgenommen. Dort sollen die «Bremer Stadtmusikanten» als Ausgangspunkt für Twitteratur – Literatur auf 140 Zeichen – dienen. Und in der Kindersendung «Zambo» nehmen es die Kinder gar mit einer Hexe auf. Gemäss Autze sind solche Schwerpunkte eine lohnenswerte Sache. «Sie führen zu einer längeren Verweildauer des Publikums.»

Nicht am Märchenschatz, sondern an historischen Fakten orientiert sich die «DOK»-Sendung «Das Schlachtross des Papstes – Kardinal Schiner, Marignano und die Neutralität». Sie wird am 10. September ausgestrahlt, am Vorabend der 500-Jahr-Schlachtfeier. Der Film beginnt mit einer Szene, in der ein Walliser Politiker die Erlaubnis erhalten hat, im Vatikan eine 500jährige Leiche auszugraben und die Knochen für eine DNA-Analyse anzubohren. Sollten die Gebeine in der Tat von Kardinal Matthäus Schiner stammen, sollen sie ins Wallis gebracht und ein Mausoleum errichtet werden. Der ehemalige Walliser Geissenbub Schiner wäre vor 500 Jahren fast Papst geworden. Er wollte die Schweiz zur europäischen Grossmacht formen, führte aber in der Schlacht von Marignano 12 000 Söldner in den Tod. Im Film begegne man dem Mythos Neutralität und was dieser für die Schweiz von heute bedeute, sagte Marius Born, Bereichsleiter Dokfilm und Reportage.

Ein weiteres Schweizer Thema wirft bereits seine Schatten voraus: Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016. Produktionen zum Gotthard seien «eine riesige Chance» für SRF Kultur, sagte Nathalie Wappler, Abteilungsleiterin Kultur. Nähere Informationen stellte sie für später in Aussicht. (sda)

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