Mit Instantkaffee zum Möchtegern-Barista

Man hat es nicht leicht, als Kaffee-Schwächling. Heute, wo Kaffee zelebriert wird wie Wein und Zigarre. Wo junge Profizubereiter wieder auf Filterkaffee setzen, weil ein einziger Knopfdruck Kaffee nicht gerecht werde.

Diana Bula
Drucken
Teilen
FOTOSTUDIO SGTB, ST. GALLEN: Die Nescafé Gold Maschine als Freisteller. © Benjamin Manser / TAGBLATT [8 May 2015] (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

FOTOSTUDIO SGTB, ST. GALLEN: Die Nescafé Gold Maschine als Freisteller. © Benjamin Manser / TAGBLATT [8 May 2015] (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Man hat es nicht leicht, als Kaffee-Schwächling. Heute, wo Kaffee zelebriert wird wie Wein und Zigarre. Wo junge Profizubereiter wieder auf Filterkaffee setzen, weil ein einziger Knopfdruck Kaffee nicht gerecht werde. Genau mit dieser Fingerbewegung soll man dank Nestlé nun aber zum Barista werden. So jedenfalls verspricht es der Name einer neuen Maschine. Die jungen Profizubereiter würden abschätzig mit den Augen rollen. Auch leidenschaftliche Kaffeetrinker lachen, als sie vom Gerät hören. Denn: Nescafé Barista braucht keine Bohnen, keine Kapseln, nur Granulat. Sie ist die erste Maschine für Instantkaffee.

Schon der erste Versuch zeigt, dass sie einfach zu bedienen ist. Man füllt Nescafé Gold in einen Behälter und setzt ihn ein. Nicht feines Kaffeepulver verwenden und auch keinen gemahlenen Kaffee, heisst es im Beschrieb. Beides könne das Gerät verstopfen. In den Tank auf der Rückseite kommt Wasser.

Wasserstrahl macht Schaum

Kaffee-Schwächlinge starten natürlich mit Latte macchiato. Die richtige Dosis Milch lässt sich anhand des mitgelieferten Messbechers bestimmen. Die Milch in die Tasse geben, die Tasse unter den Auslauf schieben, los geht es! Zuerst ein Geräusch, als würden Kaffeebohnen gemahlen – obwohl da nur Granulat ist. Aus einer Düse schiesst ein Wasserstrahl, der so scharf ist, dass man damit wohl Gurken schneiden könnte. Es dampft, zischt und spritzt (auch neben die Tasse). Die Milch ist im Nu aufgeschäumt. Nun ist der Kaffee an der Reihe. Unten Milch, in der Mitte Kaffee, oben Schaum: Die adrette Dreiteilung wie man sie aus dem Restaurant kennt, bekommt die Maschine nicht hin. Milch und Kaffee mischen sich sofort. Der Schaum aber hält bis zum letzten Schluck hin.

Das Gerät hat auch Cappuccino, Lungo, Extra Lungo und Espresso im Repertoire. «Der Cappuccino ist zu wässrig», meint ein Verkoster, der soeben aus Italien-Ferien zurückgekehrt ist. Kein Problem für die Neo-Barista; beim zweiten Cappuccino reduziert sie die Wassermenge mit ein paar Knopfdrücken. «Riecht etwas verbrannt, schäumt aber schön», beurteilt ein Tester, der sonst eine Kolbenkaffeemaschine verwendet, den Extra Lungo. Das Fazit einer Kapsel-Espresso-Trinkerin: «Gut, etwas sauer zwar. Pelzig auf der Zunge. Schöne dunkle Farbe.» Eine andere Frau meint: «Fein und schön präsentiert!» Sie trinkt täglich Instantkaffee.

Verraten oder nicht?

Die Versuche zeigen: Das Gerät macht Nescafé nicht besser, es lässt ihn aber besser aussehen – dank dem Schümli. Dass er so optisch mehr hermacht, als wenn man ihn mit Wasser vom Herd aufgiesst, kommt bei Besuch gelegen. Sitzen Kaffeekenner am Tisch, kündigt man dennoch besser an, mit welchem Material das Gerät tatsächlich arbeitet.

Nescafé Gold Barista kostet 99 Fr. Erhältlich unter www.nestle-shop.ch

Aktuelle Nachrichten