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Mit immer raffinierteren Teleskopen auf Sternenfang

Sternenhimmel September
Rolf App
Hier sieht man: Antares verliert immer mehr an Masse (Bild: VLT)

Hier sieht man: Antares verliert immer mehr an Masse (Bild: VLT)

Wer es nicht gerade auf ihn abgesehen hat, muss in diesen Tagen ein wenig verzweifeln ob dem Mond. Immer heller leuchtet er in der Nacht, und immer später verschwindet er unter dem Horizont. Ersteres wird sich erst ab dem 6. September ändern, wenn Vollmond ist.

Das Problem: Der Mond überstrahlt die Sterne. Zum Beispiel den Überriesen Antares, der schräg unter dem Mond ab etwa 21 Uhr Sommerzeit in Richtung Südsüdwest steht, sich zu späterer Stunde aber schon wieder dem Horizont zuneigt. Antares ist der Hauptstern des Sternbilds Skorpion, das in unseren Breiten nie so ganz zu sehen ist, und hat vor einigen Tagen für eine handfeste Sensation gesorgt. Forschern des Very Large Telescope Interferometer in Chile ist es gelungen, eine Karte der Bewegungen auf der Oberfläche und in der Atmosphäre des 600 Lichtjahre entfernten, riesigen Sterns zu gewinnen.

Das ist bisher nur bei unserer Sonne geglückt und im Falle des Antares deshalb so interessant, weil er am Ende seiner Lebensdauer steht und dabei massiv an Masse verliert. Jetzt weiss man: Der Stern wirft Masse nicht geordnet in den Weltraum, sondern zufällig verteilt und in turbulenter Weise, wie das Max-Planck-Institut für Radiometrie erklärt.

Mit einzelnen Teleskopen wäre so etwas nicht zu erkennen gewesen. Beim Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte sind deshalb mehrere grosse Teleskope zusammengeschaltet worden. Überhaupt ist die Zeit vorbei, da man mit immer grösseren, tonnenschweren Spiegeln dem Licht aus dem Weltall seine Geheimnisse zu entlocken suchte. Die Zukunft – und auch schon die Gegenwart – gehört raffinierteren Systemen, wobei auch der Standort eine Rolle spielt. Im Süden Chiles ist in grosser Höhe extrem wenig Wasserdampf in der Luft, der das Bild verzerren kann. Darüber hinaus hat das Very Large Telescope dünne, biegsame Spiegel, deren Form ständig angepasst werden kann. Störungen durch Luftturbulenzen können in wenigen Millisekunden ausgeglichen werden.

Wir Normalsterblichen sind auf unsere Augen, vielleicht noch auf einen Feldstecher oder ein kleines Teleskop angewiesen. Und da sehen wir ab Monatsmitte in Richtung Ostnordost den Planeten Merkur, am 18. und 19. trifft er gegen 6 Uhr Sommerzeit auf Venus, Mars und die abnehmende Mondsichel. Den Abendhimmel prägt Saturn, der aber immer früher im Westen untergeht: am 1. September um 00.06 Uhr, zu Monatsende um 23.16 Uhr.

Rolf App

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