Mit Gefühl bei der Sache

Frauen sind nicht nur anders, sie denken auch anders. Ein Forschungsteam der Uni Basel hat nun untersucht, wie sie auf emotionale Bilder reagieren.

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Was geht da vor im Gehirn? (Bild: fotolia)

Was geht da vor im Gehirn? (Bild: fotolia)

Wenn es um die Unterschiede zwischen Mann und Frau geht, machen gerne Pauschalurteile die Runde, die einer näheren Überprüfung nicht standhalten. Aber einfach zu behaupten, Männer und Frauen seien gleich, das geht auch nicht. Sie sind, zum Beispiel, anders gebaut. Auch punkto Gehirn.

Auch eine Frage der Hormone

Männer und Frauen denken unterschiedlich. Sexualhormone wie Östrogen und Testosteron sind in unterschiedlichem Mass in ihrem zentralen Steuerungsorgan vorhanden. Sie prägen bereits die Entwicklung von Babies, üben aber auch auf die Gehirne Erwachsener einen Einfluss aus. Auch sind die Gehirne von Männern und Frauen anders geformt. Jene der Frauen haben eine etwas grössere Oberfläche und mehr Verbindungen zwischen den Regionen, jene der Männer mehr Volumen. Nun hat ein Forschungsteam der Universität Basel untersucht, was sich emotional im Gehirn von Männern und Frauen abspielt.

Frauen merken sich mehr

In einem ersten Schritt werteten die Basler Forscher die Daten von 3398 Versuchspersonen aus vier Unterstudien aus, in denen es um die Wahrnehmung von Bildern ging. Erkenntnis hier: Frauen bewerten emotionale Bildinhalte – vor allem wenn sie negativer Art sind – stärker als Männer. Bei neutralen Bildinhalten fand sich kein Unterschied. Bei Gedächtnistests zeigte sich hernach, dass sich die Frauen an mehr Bilder erinnern konnten. Dies ist keine Überraschung: Was uns bewegt, prägt sich ein. Allerdings waren bei den Frauen die positiven Bilder stärker präsent als die negativen.

Bei der Untersuchung von 696 Versuchspersonen mit Hilfe der funktionellen Bildgebung wurde darüber hinaus sichtbar, dass negative Bildinhalte bei Frauen die motorischen Areale aktiviert.

Meinung bestätigt

«Dieses Ergebnis würde zur landläufigen Meinung passen, dass Frauen den Emotionen grösseren Ausdruck verleihen, als Männer dies tun», zitiert die Universität Basel Klara Spalek, die Erstautorin der Studie.