Meine lieben Nachbarn

Der Boden wird knapp, raumplanerische Verdichtung ist in aller Munde. Somit droht uns ein «Hasenstall-Leben», was nicht jedermanns Sache ist, aber wohl ein Gebot der Vernunft. Die Zeit der Einsiedelei ist vorbei, die Nachbarn kommen sich immer näher.

Bruno Knellwolf
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Bruno Knellwolf)

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Der Boden wird knapp, raumplanerische Verdichtung ist in aller Munde. Somit droht uns ein «Hasenstall-Leben», was nicht jedermanns Sache ist, aber wohl ein Gebot der Vernunft. Die Zeit der Einsiedelei ist vorbei, die Nachbarn kommen sich immer näher. Die einen bewältigen das mit einer gewissen Rücksichtslosigkeit und bauen dem Nachbarn die Grenze zu – stellen ihm Steinmauern, Stahlplatten oder Lebhäge vor die Sonne, andere sind da offener.

Das Immobilien-Portal ImmoScout24 wollte es genauer wissen und befragte Besitzer und Mieter zu ihrem Nachbarschaftsverhältnis. Daraus geht hervor, dass sich ein Fünftel der befragten Eigenheimbesitzer oft beobachtet fühlt und wohl wegen der neugierigen Nachbarn Trutzburgen erstellt.

Ebenfalls 20 Prozent der Besitzer fühlen sich durch nachbarlichen Lärm gestört. Empfindlicher sind die Mieter, von denen sich doppelt so viele, also 40 Prozent, über Lärm beklagen. Wenig verwunderlich, verstehen sich Mieter generell schlechter mit ihren Nachbarn als Eigenheimbesitzer. Mieter kennen ihren Nachbarn oft gar nicht. Besitzer nehmen deutlich mehr Anteil am Leben des Nachbarn. Die Hälfte hat dem Nachbarn schon mal in den Ferien den Briefkasten geleert, den Pflanzen geschaut oder Eier geborgt. Bei Mietern ist das eher selten. Auf die Frage, wie gut sie sich mit dem Nachbarn verstehen, hat denn auch ein Fünftel der Mieter angekreuzt: «Ausser <Hallo> habe ich noch kein Wort mit ihnen gewechselt.» Also so wie mit dem Sitznachbarn im Zug oder Bus.

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