Martin Walker: Jagd auf ein legendäres Auto

Lesbar Krimi

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Martin Walker: Grand Prix, Diogenes, 384 S., Fr. 34.–

Bruno Currèges, Chef de Police, wird es nicht so schnell langweilig. Wenn der Kommissar aus den Büchern von Martin Walker mal keine Fälle lösen muss, organisiert er eine Oldtimer-Rallye. Zwei dubiose Gestalten fallen Bruno bei dem Event besonders auf. Sie sind auf der Suche nach einem legendären Auto, von dem damals gerade einmal vier Stück hergestellt wurden. Nach und nach entwickelt sich das Rennen durch den Südwesten Frankreichs zur Jagd auf diesen Schatz. Dabei werden sämtliche Register gezogen, Bruno bekommt auch mit einem ungewöhnlichen Todesfall alle Hände voll zu tun. Alles erzählt Walker in seiner schönen Sprache, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass «Grand Prix» Krimi-Durchschnittskost ist. Wenn man die anderen acht Fälle von Bruno und ihre Details nicht kennt, plätschert die Geschichte manchmal etwas gar lässig dahin oder verkommt zeitweise fast zur Geschichtsstunde.

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Agustin Martinez: Das Dorf der verschwundenen Mädchen, Fischer TB, 496 S., Fr. 22.–

Was ist mit den zwei Mädchen passiert

Zwei Mädchen verschwinden. Jahrelang weiss niemand in Monteperdido, was aus ihnen geworden ist. Plötzlich taucht Ana nach einem Verkehrsunfall wieder auf. Die Kommissarin Sarah Campos und ihr Kollege befragen Dorfbewohner, Familienangehörige und Freunde des Mädchens. Bald ist klar, dass sie mehr weiss, als sie sagt. Der Monteperdido, der «verlorene Berg» (dritthöchster der Pyrenäen), verbreitet eine düstere und bedrückende Atmosphäre. Die Menschen hier sind sehr speziell, ihr Dorfgefüge gerät ins Wanken. Der spanische Autor erzählt die Geschichte spannend und mit psychologischem Einfühlungsvermögen.

Michael Graber