MÄRZ: Wärmster März seit sechzig Jahren

Der zu Ende gehende Monat wird gemäss Meteo Schweiz der zweitwärmste März seit Messbeginn. Die Blüte und die Vegetation sind bis zwei Wochen im Vorsprung zum langjährigen Durchschnitt.

Bruno Knellwolf
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Ende März steht schon vieles in der Blüte, wie hier in der Unterbuhreute in Salmsach. (Bild: Reto Martin (Salmsach, 30. März 2017))

Ende März steht schon vieles in der Blüte, wie hier in der Unterbuhreute in Salmsach. (Bild: Reto Martin (Salmsach, 30. März 2017))

Bruno Knellwolf

bruno.knellwolf@tagblatt.ch

Als extrem milden März bezeichnet Stephan Bader von Meteo Schweiz den zu Ende gehenden Monat. «In St. Gallen war es mit 7,1 Grad der zweitwärmste März seit Messbeginn 1864, zusammen mit den Märzmonaten 2012 und 1989 mit denselben Monatswerten», sagt Bader. Ähnlich mild war es genau vor sechzig Jahren, nämlich im März 1957. Den heissesten März in der Ostschweiz massen die Meteorologen im Jahr 1994. Einen Frühling wie er im Buche steht erleben wir jetzt, und manch einer sitzt schon im T-Shirt draussen und erkältet sich jämmerlich, wenn es am Abend vor der klaren Nacht dann doch plötzlich kalt wird.

Gehustet und genossen wird allerdings nicht nur wegen solcher Erkältungen. «Dank sehr milder Verhältnisse brachte der März frühe bis sehr frühe Blühtermine und entsprechend eine frühe Belastung für Pollenallergiker», sagt Bader. «Vor allem die momentane Schönwetterphase gegen Monatsende ohne Niederschlag, das heisst ohne Auswaschung, trägt zu hohen Pollenkonzentrationen bei.» Dominant sind die Eschen- und Birken­pollen.

Dank der hohen Temperaturen hat sich die gesamte Frühlingsvegetation sehr schnell entwickelt. Einem leicht verspäteten Blühbeginn der Haselsträucher im Februar stehen nun im März frühe bis sehr frühe Blühtermine von Huflattich und Buschwindröschen gegenüber. Im Vergleich zur Periode zwischen 1981 bis 2010 blühte der Huflattich in diesem Jahr sieben bis 15 Tage früher. Bei den Buschwindröschen beträgt der Vorsprung gegenüber dem durchschnittlichen Blütentermin zehn bis 17 Tage. Auch ohne Klimatologen ist zu erkennen, dass die Vegetation schon sehr grün ist. Erste Haselsträucher, Vogelbeeren, Rosskastanien und Birken begannen schon früh, ihre Blätter zu entfalten und die Lärchen ihre Nadeln zu treiben. Die ersten blühenden Kirschbäume oder blühender Löwenzahn und Wiesenschaumkraut konnten beobachtet werden. «Eine sehr frühe Blüte», schreibt Meteo Schweiz.

170 Sonnenstunden in St. Gallen

Eher überraschend ist, dass die März-Niederschläge in St. Gallen mit 108 Prozent leicht über der Norm liegen. Aber wir hatten diesen Monat auch viel Sonne. «Die Sonnenscheindauer wird in St. Gallen etwa 170 Stunden erreichen. Damit gehört der März 2017 in St. Gallen zu den zehn sonnigsten in der seit 1959 verfügbaren Datenreihe», sagt Bader.

Bezogen auf die gesamte Schweiz wird der zweitwärmste März seit Messbeginn erwartet, hinter jenem 1994. Dazu beigetragen hat der stürmische Föhn Anfang März. Schweizer Spitzenreiter war Altenrhein am Bodensee mit 122 km/h. Generell ist der März in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten um ein Grad wärmer geworden.

Warm war es diesen Monat gemäss Stephan Bader übrigens auch in unserem nördlichen Nachbarland. «Wärmster März seit Messbeginn 1881 und dazu reichlich Sonnenschein», meldet der deutsche Wetterdienst.