Lyriker Derek Walcott ist tot

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Literatur 1992 ist er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Nun ist Derek Walcott 87-jährig gestorben. Der Lyriker veröffentlichte mehr als 20 Gedichtbände und über 30 Theaterstücke. Als sein wichtigstes Werk gilt das 1990 publizierte Versepos «Omeros» – eine Adaptation des Trojanischen Kriegs als sozialer Konflikt zwischen Fischern in der Karibik. Der in St. Lucia geborene Autor galt als Weltpoet und als Mittler zwischen karibischem Lebensgefühl und westlicher Kulturtradition. In seinem Werk ist die Karibik immer präsent. Wiederkehrende Motive sind das Meer, Mythen und die Mundart seiner Heimat. Er werde «für ein poetisches Werk grosser Leuchtkraft» ausgezeichnet, das von der Vision eines multikulturellen Engagements getragen werde, begründete das Nobelkomitee seine Entscheidung. Walcott hat afrikanische und europäische Vorfahren. Dies «ist wahrscheinlich typisch für die Karibik: Jeder ist eine Mischung von irgendwas», sagte er 2005. (sda)