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Luxemburg fördert den Weltraum-Bergbau

Auf einem Asteroiden liegen Rohstoffe wie Nickel, Eisen, Gold und Platin im Wert von vielen Milliarden oder Billionen Franken. Verschiedene Länder bereiten sich auf die Jagd nach den ausserirdischen Rohstoffbrocken vor. Technisch ist das allerdings heute noch gar nicht möglich.
Andreas Lorenz-Meyer
Rohstoffreicher Asteroid. (Bild: NASA)

Rohstoffreicher Asteroid. (Bild: NASA)

«16 Psyche» hat ein Durchmesser von 250 Kilometern. Damit zählt er zu den grössten Brocken im Asteroidenhauptgürtel, einer Ansammlung von Himmelskörpern zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. Der Asteroid wurde vermutlich durch eine Kollision freigesprengt und wäre somit der Kern eines Protoplaneten.

Aber nicht nur deswegen weckt «16 Psyche» grosses Interesse, sondern auch wegen seiner Rohstoffvorkommen. Nickel und Eisen sollen auf dem Asteroiden in rauhen Mengen vorkommen. Wertvolle Bodenschätze enthält auch «433 Eros», welcher von der Form her an eine Kartoffel erinnert. Er gehört zu den erdnahen Asteroiden und hat eine noch reichere Auswahl an Rohstoffen zu bieten. Hier liegen Platin und Gold unter der Oberfläche.

Der Wert solcher Rohstoffvorkommen wird pro Asteroid auf viele Milliarden oder Billionen geschätzt. Es gibt im All also eine Menge zu holen. In Luxemburg scheint man sich auf die Jagd nach den Rohstoffbrocken schon vorzubereiten, obwohl sie technisch noch nicht möglich ist. Vor Kurzem brachte sich das Grossherzogtum als Drehkreuz für den künftigen Weltraum-Bergbau ins Spiel. Ein gesetzlicher Rahmen soll geschaffen und Industrie ins Land gelockt werden.

Neue Entwicklung

Dass ein einzelner Staat versucht, sich als Zentrum eines Weltraum-Bergbaus zu profilieren, ist eine neue Entwicklung, kommentiert Stephan Hobe vom Institut für Luft- und Weltraumrecht in Köln die Initiative. Europas Weltraumforschung sei seit 1975 unter der Ägide der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Paris.

Auch in Übersee nimmt man die Bodenschätze des Weltraums ins Visier. Ein US-Unternehmen, Planetary Resources, hat eine Minisonde losgeschickt, die erdnahe Asteroiden finden soll, auf denen sich Bergbau lohnen würde. Roboter, nicht Menschen, kommen dann beim Abbau zum Einsatz. Innerhalb von zehn Jahren will die Firma die ersten Gesteinsproben zur Erde transportiert haben.

Kommerzielle Ausbeutung

Präsident Barack Obama hat im November ein passendes Gesetz verabschiedet, den U. S. Commercial Space Launch Competitiveness Act. Es erlaubt US-Unternehmen die kommerzielle Ausbeutung von Himmelskörpern. Was Amerikaner da draussen im All an Rohstoffen schürfen, gehört auch ihnen.

Doch verleiht das Gesetz wirklich das Recht, metallreiche Asteroiden auszubeuten? Hier kommt es auf das gültige Regelwerk an, den Weltraumvertrag von 1967. Ihn haben mittlerweile über 100 Staaten ratifiziert. Der Vertrag sieht das All als gemeinsames Erbe der Menschheit und schliesst den Erwerb von Hoheitsrechten an Teilen des Weltraums, am Mond und an anderen Himmelskörpern aus. Eine eindeutige Regelung zur wirtschaftlichen Nutzung fehlt jedoch.

In diese Lücke wollen die USA stossen. Hobe meint zum Space Act: «Das amerikanische Gesetz gibt Firmen die Schürfrechte nur nach Massgabe des internationalen Völkerrechts. Danach kann es auf den ersten Blick so aussehen, als erlaube es die Ressourcennutzung mangels ausdrücklichen Verbots. Indes erscheint fraglich, ob ein Rohstoffabbau im All aufgrund einer einseitigen staatlichen Anordnung zulässig ist. Vielmehr sehe ich die Notwendigkeit einer zwischenstaatlichen, völkerrechtlichen Regelung.»

Mondabkommen seit 1979

In der Zukunft sollte ein Vertrag erarbeitet werden, der die wirtschaftliche Nutzung speziell regelt, so Hobe weiter. Das hat man im Mondabkommen von 1979 schon versucht. Es verbietet Aktionen, die einzelnen Nationen zu mehr Profit verhelfen. Das Abkommen akzeptieren heute aber nur 16 Staaten. Hobe: «Die internationale Gemeinschaft muss entscheiden, ob sie für den Weltraum ein Rechtsregime möchte, das am Recht für die Ausbeutung des Tiefseebodens orientiert ist, also eine Behörde mit der Vergabe von Lizenzen beauftragt. Oder ob sie, wie für den Antarktisvertrag festgelegt, ein Moratorium erlassen möchte, um erst einmal 30 oder 40 Jahre abzuwarten.»

China drängt ins All

Was einen neuen, internationalen Vertrag angeht, ist Hobe jedoch pessimistisch. Die grossen Player haben kein Interesse daran. Auch in China gibt es starke Ansätze, den Weltraum als Wirtschaftsraum zu betrachten. «Das Land, das 2003 erstmals einen Taikonauten ins All brachte, ist gut aufgestellt», so Hobe. Nächstes Jahr soll das erste unbemannte chinesische Raumschiff auf dem Mond landen.

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