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Lebertran

Küchenlatein

Das Leben der Lofotfischer war unbeschreiblich hart. Sie gingen mit offenen Ruderbooten auf Skreifang und hausten zu Zig­tausenden im Winter im Freien unter den umgedrehten Booten oder in erbärmlichen Hütten, in denen sie schliefen kochten und Netzte flickten. Rogen, Fischleber beziehungsweise aus gepressten Lebern ausgekochter Tran bildeten ihr Lebenselixier, nahrhaft, reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A und D. Man verwendete Lebertran auch als Imprägniermittel, Waffenschmiere, Lampenöl und Ölfarbe.

Das gelbliche, dünne, leicht verdauliche Fischöl wird vor allem aus der Leber von Kabeljau und Schellfisch, nicht vom Wal, gewonnen. Man stellte daraus in Norwegen eine ganze Reihe von Heil- und Stärkungsmittel her, die sich im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zum Exportschlager entwickelten. Bis weit in die 60er-Jahre wurde er Kindern zur Vorbeugung von Rachitis, bei Kinderkrankheiten und Unterernährung verabreicht. Cod Liver Oil wird heute noch in Tranko­chereien auf den Lofoten produziert. Es ist auch in Kapselform erhältlich und wirkt am besten als unbehandelter, reiner Lebertran, bei dem die Vitamine vollständig erhalten sind. (is)

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