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LAWINEN: Der Januar ist ein Lawinenmonat: "Grosse Gefahr" heisst es fast im ganzen Alpenbogen

Mit den Stürmen und dem Neuschnee ist die Lawinengefahr in der Schweiz wieder markant angestiegen. Generell ist die Lawinensituation diesen Monat speziell.
Bruno Knellwolf
Die Zugstrecke zwischen Täsch und Zermatt musste vom Schnee der Lawine befreit werden. (Bild: DOMINIC STEINMANN (EPA/KEYSTONE))

Die Zugstrecke zwischen Täsch und Zermatt musste vom Schnee der Lawine befreit werden. (Bild: DOMINIC STEINMANN (EPA/KEYSTONE))

In Sachen Lawinen ist der Januar ein besonderer Monat. Nicht das der Sturz von Schnee in die Tiefen eine Sensation wäre im ersten Monat des Jahres. Aber so verrückt wie das Wetter jetzt spielt mit seinen Stürmen, deren Namen man sich kaum merken kann, so hat sich auch die Lawinenlage immer wieder stark verändert. «Die Lawinensituationen war Anfang Monat in der Tat speziell», sagt Frank Techel vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos. Giftig war nach dem Neujahr die Kombination aus sehr viel Neuschnee – ein Meter innerhalb von lediglich 24 Stunden im Wallis – und den bereits vorangegangenen ausgiebigen Schneefällen im Dezember.

Besonders betroffen waren das Wallis, der nördliche Alpenkamm vom Chablais bis in die Glarner Alpen und das Gotthardgebiet. «Zudem gab es nur wenige Tage nach dem Grossschneefall Regen bis zur Waldgrenze, was zu schwerem Neuschnee in der Höhe führte» erklärt Techel. Die stürmischen Winde in der Höhe und eine schwache Schneedeckenbasis haben zu dieser heiklen Lawinensituation in der ersten Januarhälfte geführt. «Die Folge waren zahlreiche grosse spontane Lawinen, von welchen einige Strassen und Schienen verschüttet wurden», sagt der Lawinenforscher. Insbesondere im Wallis, in Mittelbünden und im Unterengadin gingen viele grosse Lawinen nieder.

Schnelle Entspannung bei milden Verhältnissen

Am Alpennordhang war die Altschneedecke bereits so gut verfestigt, dass deutlich weniger grosse Lawinen niedergingen. Dort wurden vor allem Nassschnee- und Gleitschneelawinen beobachtet. Zahlreiche Täler und Skiorte wie zum Beispiel das mondäne Zermatt waren für Tage von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Lawinengefahr war zu gross. Nur wer einen teuren Heliflug bezahlen konnte, hatte die Möglichkeit ins Tal hinunter zu reisen. Die Schäden hielten sich gemäss Techel aber in Grenzen.

Gemeldet wurden kleinere Schäden an Wald und Infrastruktur. «Die genaue Analyse – vor allem auch betreffs Schadenlawinen und von Luftbildern – kann aber erst im Verlaufe des Jahres gemacht werden», sagt Techel. Am 12. Januar wurde die Bahnlinie nach Zermatt wieder eröffnet, es kam zu einer raschen Entspannung bis Mitte Woche. «Grossschneefälle führen immer kurzfristig zu einer sehr kritischen Lawinensituation. Danach kann sich die Schneedecke – insbesondere bei den milden Temperaturen, die geherrscht hatten – rasch setzen und die Lawinenaktivität nimmt ab», sagt Gian Darms vom Lawinenwarnteam des SLF.

Erwartet hatte man wegen der warmen Temperaturen eine zu frühe Schneeschmelze und damit überquellende Flüsse und Bäche. «Über grössere, aussergewöhnliche Schmelzwassermengen ist mir nichts bekannt», sagt Darms. Mit dem Neuschnee und den Stürmen sei die Lawinengefahr aber erneut markant angestiegen, sagt Gian Darms. Über den ganzen Alpenbogen vom Alpstein bis ins Wallis gilt Stufe 4, grosse Gefahr. Im Bündnerland ist die Situation ein bisschen weniger gefährlich und wird als erheblich, Stufe 3, im aktuellen Lawinenbulletin des SLF geführt.

Jedes Jahr 25 Lawinentote

Über all die Jahre sterben im Durchschnitt jedes Jahr 25 Menschen in der Schweiz wegen Lawinen. 90 Prozent der tödlichen Lawinenunfälle passierten in den letzten zwanzig Jahren im freien Gelände, vor allem beim Variantenfahren oder Tourengehen. Die meisten Opfer sind im Wallis sowie in Graubünden zu beklagen. Auch diesen Winter starben in den Schweizer Alpen schon sieben Menschen wegen Lawinen. In Obwalden, im Wallis, im Bündnerland und im Kanton Bern.

Von den sieben tödlichen Lawinen wurden elf Menschen verschüttet, vier davon konnten sich befreien. Bei denjenigen, die von einer Lawine ganz verschüttet werden und auch der Kopf im Schnee steckt, überlebt laut Statistik nur etwas mehr als jeder Zweite. Die häufigste Todesursache ist das Ersticken, weil eine Atemhöhle fehlt. Deshalb sinkt bereits nach 15 Minuten die Überlebenschance eines ganz Verschütteten markant. Die rasche Ortung und Befreiung ist deshalb entscheidend.

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