«Krone», Jonschwil: Gutes Gespann Mexico-Suiza

Eigentlich hätten sie ja ein Restaurant mit gutbürgerlicher Schweizer Küche führen wollen, sagt Doris Mejia-Wick. Sie und ihr Mann Octavio kamen im Oktober 2010 aus Mexiko in die Schweiz.

Yvonne Stadler
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Yvonne Stadler)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Yvonne Stadler)

Eigentlich hätten sie ja ein Restaurant mit gutbürgerlicher Schweizer Küche führen wollen, sagt Doris Mejia-Wick. Sie und ihr Mann Octavio kamen im Oktober 2010 aus Mexiko in die Schweiz. Das mexikanisch-schweizerische Paar, beide gelernte Köche, hatte sich in einer Hotelfachschule in Mexiko kennengelernt. Mexikanische Restaurants, glaubten sie, hätte es schon genug. Doch es kam anders: Ach, es gibt nichts Mexikanisches? – hörten sie von ihren Gästen in der «Krone» in Jonschwil. Und jetzt stehen auf der Karte mexikanische Menus, schweizerische – und schweizerisch-mexikanische. Der grösste Teil ihrer Gäste entscheide sich heute für Mexikanisches, sagt Doris Mejia-Wick. Gleich neben der Kirche steht die «Krone», früher eines von mehreren Restaurants im Untertoggenburger Dorf. Nicht alle haben die Zeit überdauert. Die «Krone» schon. Ein sonntägliches Mittagessen haben wir uns vorgenommen. Ein kurzer Anflug von Nostalgie überkommt die ehemalige Einheimische, als wir am Sitzungszimmer vorbeigehen. Das Sitzungszimmer war einmal Bäckerei. (Zum Brot gab's meist eine kleine süsse Zugabe.)

Saucenvariationen mit Chili

Die Gaststube ist gefüllt. Sonntags wird in der «Krone» nicht à la carte gegessen, acht Menus stehen zur Auswahl (sie werden mit Suppe und Salat serviert). Einmal bestellen wir schweizerisch mit mexikanischem Einfluss: Rindsfiletmedaillon mit Chili-Chipotle-Hollandaise, Croquetten und Gemüsebouquet (50.50). Raffiniert, die Sauce mit Chipotle, dem geräucherten, getrockneten Chili. Gegenüber am Tisch wird's mexikanisch. Die Wahl fällt auf die Fajitas deluxe zum Selberfüllen mit Rindsfiletstreifen, Gemüse und Käse, dazu Guacamole, Sauerrahm und pikante Tomatensauce. (41.–) Fajita, Tortilla… Doris Mejia-Wick hilft weiter. «Eigentlich gibt es in Mexiko nur Tortillas, sie sind entweder aus Mais oder Weizen.» Der Name Fajita habe sich ausserhalb Mexikos eingebürgert für Tortillas zum Selberfüllen. Wenn schon, denn schon, denken wir beim Wein und entscheiden uns für einen Tropfen aus Mexiko, einen Nebbiolo vom Weingut L. A. Cetto (51.–) in Baja California, gegründet von einem nach Mexiko eingewanderten Italiener.

Gelungener Ländermix

Uns freut der gelungene Ländermix, auf dem Teller und im Glas. Mit einem Mix der Temperaturen geht's beim Dessert weiter: Beispielsweise mit Kokosglace, serviert mit warmem Ananaskompott (9.80) oder frittierter Vanilleglace mit Caramel-Tequila-Sauce (9.80). Dazu ummantelt Küchenchef Octavio Mejia eine Kugel Glace mit etwas Toastbrot und frittiert sie im Bierteig. Das Ergebnis: Aussen warm, innen kalt schmelzend – das haben wir nicht zum letzten Mal gegessen.

Unser Eindruck: Die Leidenschaft von Küchenchef Octavio Mejia fürs Mexikanische und fürs Schweizerische ist allgegenwärtig. Mi casa es tu casa (mein Haus ist dein Haus), heisst es in Mexiko. Auch dank Gastgeberin Doris Mejia-Wick fühlt man sich ein bisschen wie zu Hause.

Krone, Jonschwil Doris und Octavio Mejia-Wick Kronenstrasse 5, 9243 Jonschwil Tel. 071 923 11 22 www.kronejonschwil.ch Öffnungszeiten: Di bis Sa 8.30 bis 24, So 10.30 bis 16 Uhr, Mo Ruhetag Karte: Suppen/Vorspeisen: 7.– bis 13.–, Hauptgerichte: 16.– bis 44.50. Mittagsmenus 14.50 bis 17.50. Sonntags 27.50 bis ca. 50.–