Kompost statt reiner Asche

Randnotiz

Bruno Knellwolf
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Wer schon einmal in Madagaskar war oder wenigstens in der Masoala-Halle im Zoo Zürich, weiss: Auf der afrikanischen Insel wird der Regenwald gerodet und niedergebrannt. Die traditionelle Landwirtschaft dort basiert auf dem «Slash and Burn», dem Verbrennen von Wald als Dünger für Felder. Ganze Waldabschnitte werden dafür angezündet und die Asche danach auf den Feldern verteilt. Viele Pflanzen- und Tierarten, wie der Rote Vari, sind aber nur auf Madagaskar zu finden und können ohne Regenwald nicht überleben.

Eine Doktorandin der ETH Lausanne hat nun eine gutschweizerische Methode entwickelt, die Rücksicht auf die Gepflogenheiten der Einheimischen nimmt. Dank Kompostierung sollen die Bauern auf «Slash and Burn» verzichten können. Dabei werden nur gezielt einzelne Bäume im Wald gefällt und verbrannt. Deren Asche wird danach mit Haushaltskompost vermengt. Diese Düngerkombination bringe sogar einen fünffach höheren Ertrag als das traditionelle «Slash and Burn».

So weit, so gut. Jetzt müssen die madegassischen Bauern nur noch genug Abfälle und Reste aus Haus und Küche in ihre grünen Kompostkübel leeren. Das fällt auch vielen Schweizern nicht leicht, die ihren Küchenabfall lieber mit dem Kehricht verbrennen lassen.

Bruno Knellwolf