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Komasaufen mit Tiefgang

Warum?
Bruno Knellwolf

Warum schadet jungen Menschen das Komasaufen bis auf die Knochen? Dieser Frage ging Peter Pietschmann, Spezialist für Knochen-Pathophysiologie an der Medizinischen Universität Wien nach. Dass regelmässiger und langzeitiger Alkoholkonsum Organe und auch die Knochen schädigt, weiss man schon lange. Alkoholiker leiden nachweislich mehr an Osteoporose, weil sich wegen des Alkohols die Knochenmasse abbaut und sich der Stoffwechsel des Knochens verschlechtert. Dabei hat man bis anhin aber an ältere Frauen und Männer gedacht.

Doch auch bei jungen Menschen verändern sich die Knochen durch Alkohol. Extensives Alkoholtrinken, das Komasaufen, wirkt sich negativ auf das Knochengewebe aus. Junge Komasäufer schädigen die Knochen nachhaltig, bevor der Höhepunkt des Knochenaufbaus überhaupt erreicht ist. Und das ist im Alter von 20 Jahren der Fall. Bei den untersuchten Jugendlichen stellten die Wiener Forscher vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung fest, dass der Alkohol die Knochenneubildung verringert. Blutproben zeigten zudem verminderte Phosphor- und Kalziumspiegel, was typisch für Veränderungen durch Alkoholkonsum ist. Sich ins Koma saufende Teenager können ihre Knochenmasse nicht soweit aufbauen, wie es normalerweise der Fall wäre. Im späteren Alter kann das Risiko an Osteoporose zu erkranken, bei Jungsäufern deshalb höher sein, schreiben die Wiener Forscher.

Bruno Knellwolf

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