Körperteile in Tieren wachsen lassen

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Spektrum der Wissenschaft 6/2017

Tausende Menschen warten auch in der Schweiz auf ein Organ, das ihr Leben retten kann: auf Nieren, Leber oder Herzen. Doch es fehlt an Spenderorganen. Im Schnitt sterben deswegen jeden Tag 16 Menschen in Europa, 22 in den USA. Aus Stammzellen versuchen Forscher deshalb Organe im Labor zu züchten, noch mit mässigem Erfolg. Andere Wissenschafter halten einen anderen Weg für vielversprechender: Organe aus Schweinen oder anderen Tieren zu entnehmen, um sie Patienten einzusetzen. Mit einem normalen Schweineherzen geht das aber nicht, die Abstossungsreaktion ist zu gross. Deshalb arbeiten die Forscher daran, menschliche Körperteile in ­Tieren heranwachsen zu lassen. ­Humane Stammzellen werden in speziell vorbereiteten Tierem­bryonen eingepflanzt, so dass der entstehende Organismus – eine Chimäre – menschliche Organe ausprägt. Nach der Geburt der Jungtiere lassen sich ihnen die entsprechenden Körperteile entnehmen, um sie Patienten ohne Abstossungsgefahr einzusetzen.

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Spick 5/2017

Auch Artgenossen tragen Kämpfe aus

Nilpferde maulen sich an, Hengste gehen aneinander hoch, Feldhasen prügeln sich wild. Wenn Artgenossen miteinander kämpfen, geht es hart zur Sache, aber meistens fair. Sogar die ansonsten so friedlichen und sozialen Zebras kämpfen, wenn ein fremder Hengst eine Herde übernehmen will. Nicht nur unter Säugetieren wird gekämpft, auch Eidechsen, Chamäleons, Schlangen und Hornissen tragen Streitigkeiten aus. Wenn Artgenossen kämpfen, gibt es oft klare Regeln. Denn getötet werden soll in den allermeisten Fällen niemand. Das ist kein Kampf wie zwischen Jäger und Beute, wenn es ums nackte Überleben geht.

Bruno Knellwolf